DIE ZEIT

Verblüffung in Bonn

Weder im Palais Schaumburg noch in den zuständigen Ministerien hatte man mit einem solchen Urteil gerechnet. Ebenso überrascht waren die Mitglieder der Bundestagsfraktion der CDU/CSU.

Die Niederlage der Wesire

Die Bundesregierung ist mit ihrem Versuch, sich des zweiten Fernsehens durch die Gründung der Deutschland Fernsehen GmbH im Handstreich zu bemächtigen, völlig gescheitert.

Wo blieb das Machtwort?

Nebel liegt wieder, so stellt man in Washington verdrossen fest, über dem Versprechen der Bundesregierung, sich an der Entwicklungshilfe tatkräftig zu beteiligen.

Zeitspiegel

„Wir müssen der Versuchung widerstehen, diese weitreichenden Probleme, von denen die Zukunft von Millionen abhängt, zu einem politischen Fußball zu machen, der zwischen unseren innenpolitischen Schlammpfützen herumgestoßen wird.

Nebenkläger gegen Eichmann

Zum Eichmann-Prozeß, dessen Beginn jetzt endgültig auf den 11. April festgelegt wurde, ist der erste Nebenkläger zugelassen worden: der in der Schweiz lebende Kaufmann Joseph Mandl.

Spaak nahm Abschied von Washington

Spaaks Abschiedsbesuch in Washington während der vorigen Woche verlief ganz im Rahmen der Förmlichkeiten – ohne Kritik an dem langjährigen Generalsekretär des westlichen Verteidigungsbündnisses, aber auch ohne sichtbaren Abschiedsschmerz.

Frieden für Algerien?

Seine Exzellenz Präsident Burgiba von Tunesien hat keine Extrawünsche, was die Speisekarte betrifft. Nicht zu schwere Gerichte, wenn es geht, und Orangensaft statt des Weines, aber ein Glas Champagner zum Nachtisch lehnt er nicht ab .

Die Königin im Orient

Mit einem Besuch der Commonwealth-Kriegsgräber in Delhi beendete Königin Elizabeth am 1. März das Programm ihrer fast sechswöchigen Reise durch den indischen Subkontinent.

Drei Vorwürfe gegen Hammarskjöld

Einwand: Aufgabe der UN war es, den Rückzug der belgischen Armee sicherzustellen und die militärischen Basen selbst zu übernehmen, ohne Einmischung in die inneren Angelegenheiten.

Kampf der Kongofürsten

Wer neulich im Sicherheitsrat in New York den Aufstand tobender schwarzer Demonstranten auf der Galerie miterlebte, der sah plötzlich den Einbruch ungezügelter Urkräfte in unsere rationale technische Zivilisation sehr augenfällig vor sich.

Großer Mann in kleinem Land

Wie erklärt sich das Geheimnis, daß de Gaulle und Burgiba – kaum, daß sie sich aufschloß Rambouillet zum ersten Male gesehen – so offensichtlich Gefallen aneinander fanden? Burgiba, der an der Sorbonne die Rechtsgelehrsamkeit studiert hat, spricht besser Französisch als Arabisch, noch besser! Dabei weiß er in arabischer Rede Funken aus den andächtig lauschenden Massen zu schlagen, wenn er nur will.

Neuer Gefahrenherd in Afrika

England droht der Abfall eines Bestandteils seiner Völkerfamilie. Während Indien, Pakistan, Ceylon, Ghana und Nigerien sich in voller Übereinstimmung mit dem Mutterland zu unabhängigen Mitgliedern des Commonwealth erklärt haben, Burma und Irland im Einvernehmen ausschieden, denkt die Zentralafrikanische Föderation ernsthaft daran, sich loszureißen – eine Aktion, die die Regierung Macmillan sehr widerwillig mit wirtschaftlichen Sanktionen, vielleicht sogar mit dem Einsatz britischer Truppen beantworten müßte.

Moskaus albanische Sorgen

Der albanische Parteikongreß hat Moskaus Hoffnungen nicht erfüllt: Der Parteiführer in dem 1,4-Millionen-Land, der 55jährige Enver Hodsha, steuert weiter seinen scharfmacherischen, an der Peking-Linie orientierten Kurs.

Berlin: Jugendweihe auf hohen Absätzen

Zur Jugendweihe der Mädchen bietet der „sozialistische Handel“ in Ostberlin und in der Sowjetzone neuerdings Festkleider an, deren Preise zwischen 45 und 130 Mark liegen.

Verkehrskontrolle – einmal so und einmal so

Er beugte sich in mein Fenster, knipste eine Taschenlampe an und leuchtete mir mitten ins Gesicht. Dann machte er sie wieder aus, nahm meine Papiere und prüfte sie im Licht meines linken Scheinwerfers.

Hessen: Streit um „Tempo 100“

Zwei Mitglieder des hessischen Kabinetts sind sich in die Haare geraten. Um die Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Autobahn zwischen Frankfurt und Mannheim ist erneut der Streit zwischen dem Verkehrsminister und dem Innenminister ausgebrochen.

Beleidigt?

Zwei Wochen benötigte die Münchner Polizei, bis sie sich nach Erscheinen unseres Berichtes „Die Ordnungshüter an der Isar“ (ZEIT Nr.

Hamburg: Abwerbung vom Glauben

Mit diesem Beschluß lehnte das Bundesverfassungsgericht die Beschwerde eines Mannes ab, der unter den sehr „besonderen Verhältnissen“ des Zuchthauses der Werbung für seinen Glauben mit lockenden Genußmitteln Nachdruck verliehen hatte.

Baden-Württemberg: Tauben-Regen

Klatsch, so fiel eine Taube aus heiterem Himmel auf die Kühlerhaube meines Wagens, als ich in der Nähe des Mannheimer Polizeipräsidiums angekommen war.

Schleswig-Holstein.: Der gute Voss

Der parlamentarische Untersuchungsausschuß, der vom Schleswig-Holsteinischen Landtag im vergangenen Jahr eingesetzt wurde, um alle Zusammenhänge des Falles Heyde/Sawade zu klären, hat – besonders in seinen letzten Sitzungen – allerlei zutage gebracht.

Der mühsame Weg zu einem Lehrstuhl

Die Ordinarien sind miteinander zwar auch vielfach zerfallen, nach außen jedoch bilden sie eine monolithische Einheit, die in kollektiver Autokratie herrscht: „die Fakultät“.

Zeitmosaik

„Es gibt eine substantielle und daher legitime Unverständlichkeit, ebenso, wie es eine bloß leere gibt, die Tiefsinn und Originalität nur vortäuscht.

Mein Gedicht

Ein einzelnes lyrisches Gedicht anzugeben, dem allezeit mein ganzes Herz gehörte, ist mir ganz unmöglich. Zuviel hängt da von den Lebensumständen, der Stimmung, der jeweiligen persönlichen Betroffenheit und Empfänglichkeit ab.

Unser Recht: Verhängnisvolle Quittung

Tankstellenbesitzer Wilhelm hatte Anselm, dem Vertreter, einen Reifenwechsel mit auf die Benzinrechnung geschrieben: warum sollte man sich nicht gegen das Finanzamt verschwören? – dachten sie beide.

Rosen auf Goldblech

Zu einer Ausstellung der Werke von Yves Klein, dem „Meister der Leere“, in Krefeld,

Start mit Sprachfehler

Wenn in Westberlin die nächste Opernspielzeit beginnt, dann wird die neue Intendanz auch ein neugebautes Theater eröffnen, und dieses soll einen neuen Namen tragen: „Deutsche Oper Berlin“.

Herr Knecht und sein Puntila

Und wer ist das?“, fragte ich Herrn Puntila, der mir auf einem Rundgang sein Gut zeigte; ich deutete dabei auf einen kräftigen, fast elegant gekleideten jungen Mann, der gerade, ohne uns auch nur einen Blick zu schenken, aus seinem Wagen stieg.

Lotti und Pasqualino

Mit eigenen Augen habe ich’s zwar nicht gesehen, aber man hat mir versichert, daß in einer Hütte in den Bergen über Bozen ein Album aufliege, in dem die Gäste sich einschreiben könnten.

Zu empfehlen

FÜR Kunstliebhaber, die auf Reisen gehen – Reclams Kunstführer, Baudenkmäler, Band IV: Niedersachsen, Hansestädte, Schleswig-Holstein, Hessen; bearbeitet von H.

Opfer einer tollwütigen Zeit

Wie fragwürdig es auch um das bestellt sein mag, was man mit einem ebenso hilflosen wie anmaßenden Wort „Wiedergutmachung“ nennt – in den stilleren Bereichen unseres Daseins sind die Augenblicke echter Selbstbesinnung doch wohl häufiger, als man gemeinhin anzunehmen wagt, jedenfalls darf es als ein ermutigendes Zeichen gelten, daß ein sprödes, den Leser eher abweisendes Werk wie das Gertrud Kolmars, der Berliner Jüdin, die in einem hitlerschen Vernichtungslager von Staats wegen umgebracht wurde, so nachdrücklich an offenbar viele Herzen gerührt hat.

Unser Seller-Teller Februar 1961

Der Februar ist kein aufregender Monat im Buchhandel. Mit vielem Zögern gaben uns unsere Vertrauensbuchhandlungen ihre Zusammenstellungen, und beinahe alle wiesen darauf hin, daß es sich dabei eher um die am wenigsten schlecht als um die am besten verkauften Bücher handelt.

Pläne – leider nicht zu realisieren...

„Unter keinen Umständen“, so heißt es immer wieder beschwörend in den Kommentaren der Presse, der Vertraulichen Dienste und der Wochenberichte der Geschäftsbanken, dürfe daran gedacht werden, die kommenden Lasten über Steuererhöhungen (oder über neue Steuern, wie etwa Einführung der Ergänzungsabgabe) aufzubringen.

Die Handelsvertreter laufen Sturm

Keine zwei Monate sind vergangen, da Minister Strauß dem Bonner Lobbytum den Kampf ansagte. Und schon zeigt es sich, daß er mit seinem Erlaß gegen das Vermittlerunwesen im Rüstungsgeschäft ziemlich weit über das gesteckte Ziel hinausgeschossen ist.

Paris will die Zölle senken

Die französische Wirtschaftspolitik ist an einem Punkt angelangt, wo über ihre weitere Orientierung eine klare Entscheidung fallen muß.

Sowjetzone: Der Zahlenrausch versiegt

Der kürzlich von der „Staatlichen Zentralverwaltung für Statistik“ in Ostberlin veröffentlichte Bericht über die Entwicklung der Volkswirtschaft in der Sowjetzone im Jahre 1960 steckt voller recht nebulöser Prozentzahlen.

Kredite für den „kleinen Mann“

Seit gut anderthalb Jahren pflegen auch die Großbanken eine Geschäftssparte, die bis dahin die Domäne der Sparkassen und Volksbanken war: den sogenannten Kleinkredit.

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