Schon im ersten Geschäftsjahr hat die Bankhaus Friedrich Simon KGaA, Düsseldorf, Geld verdient. Das Institut hat eine Sammelwertberichtigung von 723 000 DM gebildet und darüber hinaus die Rücklagen um 222 000 DM aufgestockt, abgesehen von einem Gewinnvortrag in Höhe von 23 000 DM. Diese Zahlen gewinnen an Bedeutung, wenn man berücksichtigt, daß sie ausschließlich aus der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres stammen – nach Anlaufverlusten schlossen die ersten sechs Monate ausgeglichen ab.

Immerhin wird eine Bilanzsumme von 124 Mill. DM ausgewiesen, als wichtiger bezeichnete Geschäftsinhaber Friedrich Simon jedoch das Überschreiten der Rentabilitätsschwelle. Ob für das laufende Jahr schon Dividende gezahlt wird, das ließ Simon noch offen. Bei einem Anhalten der guten Geschäftstätigkeit müßten die Möglichkeiten dafür vorhanden sein, vieleicht hat aber die Rücklagenstärkung Vorrang.

Eindeutig bevorzugt das Institut die großen Geschäfte – 90 vH der Debitoren von insgesamt 45 Mill. DM besteht aus Krediten von einer Million an aufwärts. Sie dürften sich zu einem erheblichen Teil aus dem Aktionärskreis rekrutieren. Das sind etwa 70 Unternehmen und Einzelpersonen, von denen nur die Bayerische Vereinsbank mit 26 vH und die Berliner Bank AG mit rund 10 vH größere Posten halten.

Das Grundkapital beträgt gegenwärtig 15 Mill. DM. Daneben besteht ein genehmigtes Kapital von drei Mill. DM, das im laufenden Jahr vermutlich nicht mehr ausgenutzt wird. Simon sprach von einer bewußt großzügigen Festlegung der Kapitalverhältnisse ohne Rücksicht auf die Rentabilität, die Großkunden anziehen sollte.

Eine Ausnahme vom Prinzip der Geschäfte mit den „Großen“ wird eigentlich nur im Wertpapiergeschäft gemacht, das die kräftigste Stütze der Bank sein dürfte. Aber auch hier spielen die kleinen Orders eine untergeordnete Rolle. Das Emissionsgeschäft hat noch keine große Bedeutung, im Geschäftsbereich heißt es, daß „die seit langen Jahren festliegenden Konsortialquoten neu hinzutretenden Instituten den Wettbewerb erschweren“. Eine Auflockerung der derzeitigen Placierungskraft würde nach Meinung der Bank auch den Interessen der Emittenten entsprechen. Die Simonbank ist beispielsweise im Bundesbankkonsortium mit 0,2 vH vertreten, veranschlagt ihre Placierungskraft aber auf das Zehnfache.

In der Bilanz werden (alles in Mill. DM) 89,6 Einlagen ausgewiesen, davon 34,2 Sicht- und 55,0 Termineinlagen, an denen Kundeneinlagen mit jeweils rund 60 vH beteiligt sind. Aufgenommene Gelder, die im wesentlichen in Zusammenhang mit dem Auslandsgeschäft gesehen werden müssen, erscheinen mit 12,8. Neben dem Grundkapital stehen 1,7 Rücklagen nach § 11 KWG zur Verfügung. Nostroguthaben machen 21,4, Wechsel 23,2, Wertpapiere 12,6 und Debitoren 44,6 aus. Zinseinnahmen werden für das erste Geschäftsjahr mit 1,4, Provisionen und sonstige Erträge mit 1,9 ausgewiesen. er.