St. Mannheim

Klatsch, so fiel eine Taube aus heiterem Himmel auf die Kühlerhaube meines Wagens, als ich in der Nähe des Mannheimer Polizeipräsidiums angekommen war. Eine zweite flatterte auf den Parkplatz und verendete. An einem der verkehrsreichsten Plätze der Mannheimer Innenstadt, dem Kurpfalzkreisel, regnete es schließlich tote und halbtote Tauben auf die Autos, Straßenbahnen, die Passanten. Die Schutzpolizisten betrachten diese Szenen durch die Scheiben ihrer Peterwagen.

Es handelte sich um eine jener periodisch wiederkehrenden Aktionen, die in der Vergangenheit ganz früh am Morgen durchgeführt wurden. Die Giftbrocken wirkten damals fast augenblicklich tödlich, und bevor die Stadt noch zum Leben erwachte, waren die Tauben dezimiert. Diesmal aber hat man das Spektakulum in die hellen Mittagsstunden verlegt und obendrein ein langsam wirkendes Gift verwendet, das die Tauben noch lange flattern und fliegen läßt, bis sie irgendwann und irgendwo aus heiterem Himmel fallen.

So in Mannheim, wo „Taubenplage“ herrschte. Nebenbei: Als den Bürgern und Gästen von Nizza die viel zuvielen Tauben lästig wurden, kam man dort überein, die Tiere mit Giftbrocken einzuschläfern, so daß man sie in Kisten verpacken und in die waldreichen Gegenden Südfrankreichs schicken konnte, wo sie wieder erwachten. Und noch ein Nebenbei: Mannheims Kriminaldirektor ist zugleich Vorsitzender des Tierschutzvereins...