wer....was....wo....warum...

  • PARIS – Eine schnelle "Entkolonialisierung" Algeriens ist nach Burgibas Darstellung das Ziel de Gaulles. Der uneingeschränkten Selbständigkeit Algeriens soll ein Stadium enger Assoziierung mit Frankreich vorgeschaltet werden.

Jetzt hat Ferhat Abbas – den Burgiba bei der Trauerfeier für Mohammed V. in Rabat traf – das Wort.

  • WASHINGTON – Auch die NATO-Verbündeten der USA sollen konventionell aufrüsten. Dies ergibt sich aus einer Erklärung von Außenminister Rusk. Gleichzeitig wurde der Harvard-Professor Henry A. Kissinger – der seit langem diesen Standpunkt vertreten hat – zum Sonderberater für nationale Sicherheitsfragen ernannt.

Bemerkenswert die Erklärung Rusks: Wenn es überhaupt eine Änderung der US-Verteidigungspolitik gebe, dann sei diese noch absolut "im Diskussionsstadium". Wie lange noch!

  • RABAT – Der Tod König Mohammeds V. bringt dessen Sohn Hassan auf den Thron Marokkos. Das Volk trauert. Die Regierung fürchtetsich: Sofortige Polizeiverstärkung in allen Städten war die erste Anordnung des neuen Königs, denn der Linksradikalismus, vor allem in den Gewerkschaften, ist groß.

Mohammed war als Märtyrer (Verbannung durch die Franzosen) und Freiheitsführer tabu. Aber auch er mußte ständig lavieren und Moskau immer mehr Einfluß einräumen. Wie wird Hassan II. mit dieser Situation fertig werden!

  • BONN – Generalleutnant Foertsch wurde zum Nachfolger von Generalinspekteur Heusinger ernannt, der nach Washington geht.

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Des neuen Mannes Ruf: als Generalstäbler wie als Troupier gleich erfahren.

  • LONDON – Kennedys Sonderbotschafter Averell Harriman machte an der Themse erste Station auf seiner Europa-Tour. Weitere Ziele: Paris, Bonn, Rom.

Besonders in Rom herrscht Vorfreude, seit Kennedy schrieb, Harriman werde auch über eine höhere italienische Entwicklungshilfe verhandeln.

  • ACCRA – Auf seiner Afrika-Rundreise ist Tito zu einem Staatsbesuch in Ghana eingetroffen. Mit großem Pomp hat Präsident Nkrumah den jugoslawischen Gast empfangen.

Tito ist für viele Afrikaner ein attraktives Vorbild: Er hat es stets verstanden, vom Osten und vom Westen Geld zu bekommen.

  • NAIROBI – Kenia, jahrzehntelang das Paradies englischer Farmer, hat sein erstes Parlament gewählt. Tom Mboya feierte überraschende Triumphe.

Das Parlament wird eine schwarze Mehrheit haben.