Die Deutsche Hypothekenbank, Berlin-Hannover, bezeichnet das Jahr 1960 als das Jahr der Bewährung des Hypotheken-Pfandbriefes. Erfreulich ist, daß schätzungsweise 1960 rund 25 vH der Pfandbriefe und Kommunal-Obligationen von privaten Sparern gekauft worden sind. Das ist für eine Hypothekenbank insofern von großer Bedeutung, als die privaten Pfandbriefkäufer in ihren Anlagedispositionen beständiger sind als die großen Kapitalsammelstellen, und vor allem die Geschäftsbanken, die jede Marktschwankung durch Verkauf oder Kauf von Pfandbriefen zu nutzen suchen.

Tatsächlich hat nach den Beobachtungen der Geschäftsleitung der eigentliche Pfandbriefsparer im vergangenen Jahr auch dann an seinem Papier festgehalten, als es – bedingt durch die restriktive Politik der Bundesbank – zu empfindlichen Kursverlusten bei den festverzinslichen Papieren kam. Diese Einbußen sind für den Daueranleger ohne Bedeutung, denn inzwischen ist ein großer Teil der Kursrückgänge bereits wieder eingeholt.

Die Deutsche Hypothekenbank hat darauf verzichtet, im vergangenen Jahr Pfandbriefe auszulegen, deren Zinssatz über 6 vH hinausging. Um die Jahresmitte 1960 kamen zahlreiche Realkreditinstitute mit 7prozentigen Typen heraus, die jedoch nur vorübergehend im Markt waren, weil entsprechende Hypothekendarlehen nicht in genügendem Umfang gefragt waren.

Pfandbrief -Verkäufer waren im vergangenen Jahr in starkem Maße die Banken, die sich durch den Verkauf ihrer Wertpapierbestände jene Liquidität verschaffen mußten, die ihnen durch die Bundesbank mit der Erhöhung der Mindestreserven entzogen worden war. Abgegeben wurden besonders ältere 6prozentige Typen, die hauptsächlich aus dem sogenannten (steuerbegünstigten) Preusker-Sparen stammten und bei denen seinerzeit eine Kursgarantie gegeben worden war. Außerdem sind zeitweise steuerfreie Papiere herausgekommen, ein deutliches Zeichen für die beengte Liquidität der Wirtschaft, die bislang gerade diese Papiere wegen der hohen Effektiv-Rendite besonders zu schätzen wußte.

Bei der Deutschen Hypothekenbank sind die Eigenbestände an aufgenommenen Hypotheken-Pfandbriefen und Kommunal-Obligationen im Geschäftsjahr von 2,7 auf 6,2 Mill. DM gestiegen. Die Gesamtaufnahmen haben 8,8 Mill. betragen. Hiervon wurden 4,9 Mill. wiederplaciert. Die Bank hofft, die aufgenommenen Stücke im Zuge des veränderten Rentenklimas in diesem Jahr wieder, unterbringen zu können.

In ihrem Geschäftsbericht kommt die Bank auf gewisse Strukturveränderungen innerhalb des Hypotheken-Geschäftes zu sprechen. Die Finanzierung von Eigenheimen rückt immer mehr in den Vordergrund. Damit wächst die Verwaltungsarbeit, so daß die Verwaltungskostenbeiträge, die der Markt im vergangenen Jahr zuließ, nicht ausreichen werden, die Kosten unter Berücksichtigung! einer Gewinnmarge zu decken. „Sollte in den nächsten Jahren die Finanzierung von Eigenheimen weiterhin im Vordergrund der Beleihungstätigkeit stehen, so wird die Durchführung dieser Kleinbeleihungen uns nur bei einem angemessenen Verwaltungskostenbeitrag möglich sein“, so heißt es im Geschäftsbericht.

Im Geschäftsjahr 1960 hat die Bank insgesamt an Darlehen und Krediten ausgezahlt: 82,2 Mill. DM. Der Umlauf von Schuldverschreibungen ist von 549 auf 634 Mill. gestiegen. Die langfristigen Ausleihungen betragen jetzt 598 (+60) Mill. DM. In der Bilanzsumme schlägt sich das wachsende Geschäftsvolumen in einer Erhöhung auf 803 (705) Mill. nieder.