Umstrittener Teilzahlungskredit

„Das Geld bleibt knapp“ hieß der Untertitel einer Betrachtung, die Herr Kurt Wendt in Nr. 6 Ihrer Zeitung veröffentlichte. Die Überlegungen von Herrn Wendt sind logisch und überzeugend.

Im Gegensatz dazu steht aber eine Geldfülle, die nach Anlage drängt und dies mehr als aufdringlich kundgibt. Ich spreche von dem Kreditunwesen aller Schattierungen.

Man kommt an keiner Sparkassenfiliale vorbei, ohne sehr suggestiv informiert zu werden, daß „jedermann“ Kredit bis zu 1000,– DM zu leichten Bedingungen bekommen kann. Die Autoverkäufer bieten mit der Ware auch gleich die Finanzierung an. Was nun vollends Möbel, Radios, Fernseher, Waschmaschinen usw. anlangt, so kann man diese Gebrauchsgegenstände „ohne Geld“ kaufen. Alles dieses wird einem ohne Anzahlung ins Haus gestellt – wenn man’s nur nimmt! – und bekommt Zahlungsfristen bis zu 24 Monatsraten!

Diese maßlose Vorfinanzierung ist natürlich verlockend, und Besitzgier und Geltungstrieb veranlassen weite Bevölkerungskreise, sich auf Jahre hinaus in eine kaum noch übersehbare Abzahlungssklaverei zu begeben. Diese vorverlegten Konsum-Orgien haben als Korrelat aber auch den sogenannten „Personalmangel“ mitverschuldet, denn die Produktion kommender Jahre – mit allen Folgen arbeits- und lohnpolitischer Natur – wird ja auf die Gegenwart konzentriert!

Doch jetzt die Frage: Woher kommt das offenbar reichlich vorhandene vagabundierende Geld? Das Thema scheint mir wert, einmal in Ihrer Zeitung behandelt zu werden. Das Zusammentreffen von (Geld-) Knappheit und -Fülle im gleichen Marktbereich ist jedenfalls so interessant, daß eine Erklärung nötig wäre. A. P., Hannover.

Antwort: Die Teilzahlungsfinanzierung arbeitet keineswegs mit vagabundierendem Geld. Das hat sie nicht nötig. Sie müssen bedenken, daß der sogenannte Kleinkredit der Banken und Sparkassen einen Zins von 8 bis 15 vH kostet, ein Kredit bei den Teilzahlungsinstituten 16 bis 18 vH. Sie können daraus ersehen, daß bei diesen Sätzen – auch unter Beibehaltung einer angemessenen Verdienstspanne – sich die Teilzahlungsinstitute jederzeit soviel Geld beschaffen können, wie sie brauchen.