Zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt hat das VW-Werk das neue Modell angekündigt, über das bereits lange gerätselt worden war – jedoch just zwei Wochen vor Zeichnungsschluß für die VW-Volksaktien, deren Verkauf zeitweilig etwas zähflüssig war. Nebenbei sei den künftigen Aktionären gesagt, daß die Entwicklung des neuen Modells schon „verdient“ ist.

Der große Bruder des alten VW bietet, so scheint es bisher, nichts Außergewöhnliches, wie man es von einem Werk erwartet, das einen Wagen produziert, der bei seiner Konstruktion vor 25 Jahren die Zukunft vorwegnahm. Mit nur geringem Preisvorsprung – 6400 DM – ordnet er sich brav und ohne besonders hervorzustechen in die Reihe der 1,5-Liter-Klasse von Opel über Ford bis Borgward ein. Ob der Wagen noch Überraschungen bietet, wie man aus geheimnisvollen Andeutungen entnehmen soll, wird sich zeigen, wenn auf der Frankfurter Automobilausstellung im Herbst der Schleier der Geheimnistuerei gelüftet wird.

Der neue VW soll ein „Europa-Wagen“ sein. Und da fragt man sich unwillkürlich, ob der große VW auf dem europäischen Markt nicht sogar in ein Konkurrenzverhältnis zum kleinen VW treten wird, so daß schließlich ein Preisabschlag auf das alte Modell gerechtfertigt erscheint.

Der Fragen bleiben viele. Die Frage, Warum man gerade jetzt mit dem neuen Typ an die Öffentlichkeit getreten ist, beantwortet VW-Sprecher Budde: „Um den Journalisten den Blick durchs Schlüsselloch zu ersparen!“ hm.