Samstagnacht und Sonntagmorgen („Saturday Night and Sunday Morning“, England). Der mehrfach ausgezeichnete Film schildert die gut (zu gut) verdienende Jugend, die „realistisch“ zu leben glaubt: Ans Ende jeder inhaltlosen Arbeitswoche setzt sie ein Weekend mit Schnaps, Liebe, Schlägereien. Einen solchen Helden des Wochenendes spielt der fünfundzwanzigjährige, überaus begabte Albert Finney (es ist sein erster Film). Der Drehbuchautor Alan Sillitoe – dessen Roman dem Film zugrunde liegt – schließt die dramatische Geschichte mit einem Pseudo-Happy-End. Regie führte Karel Reisz.

Speisekarte der Liebe („Godelureaux“, Frankreich/Italien). Ein verwöhnter junger Müßiggänger, ein „Godelureau“, ersinnt sublime Rache dafür, daß man ihm sein Auto vom Parkplatz bugsiert hat: Er spannt einem der Übeltäter die Geliebte aus. Die „neue Welle“ hat hier allerlei Ungewöhnliches herangespült: kultischen Hokuspokus und antikisches Bacchanal als snobistische Gesellschaftsspiele. Das wird nicht ohne Ironie in vorzüglichen Einstellungen und gut geschnitten geboten: Es ist eine Dreiecksgeschichte, in der ein kapriziöser Spieler schließlich bemerkt, daß seine beiden menschlichen Spielzeuge ein Eigenleben führen. Er muß schließlich bedauern, gewonnen zu haben, Regie: Claude Chabrol.

Fast neu

Rom, offene Stadt („Roma, città aperta“, Italien). Eine italienische Chronik des zivilen Widerstandes gegen die Deutschen, in den letzten Kriegstagen nach der Befreiung Roms gedreht. Es ist der erste „neorealistische Film“ Roberto Rosselinis. Drehbuch: Federico Fellini. Darsteller: Anna Magnani, Aldo Fabrizi und unbekannte Römer. Der Film war 1950 von der Freiwilligen Selbstkontrolle des deutschen Films nicht freigegeben worden.

Es begann in Neapel (USA). Clark Gable in einer seiner letzten Rollen mit Sophia Loren, die sich um große Kunst bemüht, und Vittorio de Sica. Neapel ist hier einmal nicht versüßlicht, sondern ironisch als lärmende, geldgierige Touristenfalle geschildert.

Zazie (Frankreich). Louis Malle persifliert – nach dem Buch von Raymond Queneau – die Schattenseiten von Großstadtleben und Zivilisation. Zazie, die Göre mit dem frechen Mundwerk, wird von Cathérine Demongeot dargestellt.