Offenbar gefördert durch jene neue Skilauftechnik, die Kraft mit Grazie ersetzt, hat sich die Zahl der Skipädagoginnen in Bayern, in Österreich und in der Schweiz vervielfacht: Das Fräulein Skilehrer ist dabei, die Wintersportplätze zu erobern. Unter die Kinder und die älteren Damen, die sich ihnen bisher vornehmlich anvertrauten, haben sich längst Herren – und nicht wenige – gemischt.

Zu den Sportlehrerinnen von Beruf gesellte sich in diesem Winter eine Anzahl bekannter Abfahrtsläuferinnen, die die Rennpiste hinter sich gelassen haben und sich nun um den Nachwuchs bemühen wollen. Freilich genügt für das Skilehrer-Diplom der Pistenruhm allein nicht. Ihm gehen pädagogische Lehrgänge mit den Fächern Spezialgymnastik, Anatomie, Erste Hilfe, Lawinenkunde, Hüttenpflege und dergleichen voran sowie eine winterliche Assistentenzeit bei einem Meister des weißen Fachs.

Um ihre Zukunft brauchen die Skilehrerinnen nicht zu bangen, denn die Leidenschaft der Deutschen ist zur Zeit der Winterurlaub in den Bergen. Wie soeben errechnet worden ist, haben mehr als sechs Millionen von ihnen die Skier in dieser Saison angeschnallt; es dürften ihrer künftig noch viel mehr werden. Die Wirtschaft bestätigt es: Jährlich werden hierzulande einige hundert Millionen Mark für Skisportartikel ausgegeben.

L. W.