DIE ZEIT

UN an die Spree

Willy Brandt hat vor ein paar Tagen in einem Interview mit der Londoner Times gesagt: „Wenn es gelingen sollte, gewisse Probleme der Rüstungskontrolle oder Rüstungsbeschränkung zu lösen, dann wird es vielleicht auch möglich werden, gewisse politische Fragen aufzugreifen, die bisher fern jeder Lösung zu sein schienen.

Aufregung über die Aufwertung

Im Oktober 1960 hatten der Bundeskanzler und das Kabinett die Entscheidung getroffen: Keine Aufwertung der D-Mark. Obgleich Minister Erhard diesen Schritt schon seit Jahren als eine „zwingende Notwendigkeit“ erkannt hatte.

Hart, aber nicht unfair

Die Amerikaner lieben einen harten Wahlkampf. Nixon und Kennedy blieben einander nichts schuldig. Dennoch gab es keine persönlichen Tiefschläge.

Quittung für Strauß

Kaum war vorige Woche in Washington die Behauptung aufgetaucht, Außenminister Rusk habe in einem Memorandum angeregt, selbst ein größerer Angriff in Europa solle zunächst nur mit herkömmlichen Waffen abgeschlagen werden, da schritt der temperamentvolle Bayer schon zur voreiligen Tat.

Halbzeit Harriman

Der Besuch des ersten Abgesandten Präsident Kennedys in Bonn verlief sehr zufriedenstellend. In der Beurteilung Rußlands stimmten Adenauer und Harriman voll überein, was früher nicht immer der Fall gewesen war.

Nach dem Sieg – was nun?

Am 17. März werden die Länderchefs in Bonn über das zweite Fernsehen beraten. Aber es sieht bisher nicht so aus, als ob sie sich dabei wenigstens über die Grundzüge eines gemeinsamen Vorgehens einigen könnten.

Tausendmal Albert Schweitzer

Präsident Kennedy hat Sargent Shriver zum Leiter des „Friedenskorps“ ernannt. Er ist 46 Jahre alt, mit Kennedys Schwester Eunice Mary verheiratet, Doktor der Rechtswissenschaft und Advokat.

Zeitspiegel

Der französische Fallschirm-Oberst Trinquier, prominenter Landsknecht-Typ des algerischen Krieges, der lieber dem Präsidenten Tschombe von Katanga als dem Oberhaupt seines eigenen Landes dienen wollte und der bereits in Elisabethville als neuer Stabschef der katangesischen Truppen angekündigt war, ist nur bis Rhodesien gekommen.

„Ohne Rücksicht auf Verluste...“

Die „Deutsche Soldaten-Zeitung“ veröffentlichte in ihrer letzten Ausgabe zum Beginn der „Woche der Brüderlichkeit“ einen Leitartikel unter der Überschrift; „Die Wahrheit über das KZ Dachau – Wurden in Dachau 238 756 Menschen ermordet oder gab es im ganzen Altreich keine Gaskammern?“ Dem Artikel ist ein Absatz vorangestellt, der so lautet: „Wir sind zum Angriff angetreten.

Der „Clausewitz des Atomzeitalters“

Er spricht langsam und bedächtig; man kann förmlich sehen, wie die Gedanken in ihm arbeiten, ehe er sie formuliert. Wenn er Deutsch spricht, gehen ihm die Worte etwas schwerer von den Lippen als im Englischen: Es ist 22 Jahre her, seit der gebürtige Fürther seine bayerische Heimat verlassen mußte.

Globke im Sturm der Zeiten

Zu Anfang der dreißiger Jahre gehörte der jetzige Staatssekretär im Bundeskanzleramt, Dr. Hans Globke, zur Gruppe jener jüngeren Beamten in den Berliner Ministerien, die als besonders qualifiziert galten.

Schleswig-Holstein: Geschäft mit Personalausweisen

Viele Einwohner der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt Kiel rieben sich etwas verwundert die Augen, als sie Ende Februar ihre Briefkästen öffneten und darin ein amtliches rotes Merkblatt fanden, durch welches sie aufgefordert wurden, am kommenden Wochenende ihre ungültig werdenden Bundespersonalausweise umzutauschen.

Die abgesägten Staatsanwälte

Unsere Großväter und Väter – nein, sagen wir lieber: ihre weniger braven Zeitgenossen – blickten von den Anklagebänken der Gerichte zu den Richtern und Staatsanwälten empor.

Mein Bild

In dem Brief, mit dem die Redaktion Schauspieler, Schriftsteller, Maler, Bildhauer, Museumsdirektoren, Kritiker, Kunsthändler und Literaturwissenschaftler zur Mitarbeit an der heute beginnenden Rubrik „Mein Bild“ aufforderte, wurden die Angeredeten gebeten, nicht irgendein Bild zu nennen, das sie loben, sondern das Bild, mit dem sie leben und das sie lieben.

Neue Themen

In der nächsten Woche werden wir, in ähnlicher Form, Stimmen zu Helmut Donaus „Wie man in Deutschland Rechtswissenschaft studiert“ zusammenstellen.

Ein wahrer Held

„Und ob!“ sagte ich und verschluckte mich dabei etwas, „meine Frau und ich haben beim Frühstück ausgerechnet, daß er uns zusammen Jahr für Jahr um die hundertsechzig Mark kosten wird.

Hemingway unreif?

In seinem aufsehenerregenden neuen Werk „Liebe und Tod im amerikanischen Roman“ kommt der amerikanische Literaturprofessor Fiedler zu dem überraschenden Schluß, die Romane der großen amerikanischen Autoren von Hawthorne bis Hemingway demonstrierten deren persönliche Unreife in Fragen der Beziehung zwischen den Geschlechtern.

Blamage mit Humor

Seit langer Zeit den größten Besucherstrom brachte eine eigenartige Ausstellung ins ehrwürdige British Museum: eine reichhaltige Kollektion von Kunstgegenständen, die von Bronzezeit-Schmuck bis zu Renaissance-Gemälden reichte, begeisterte die Beschauer nicht so sehr durch ihre Schönheit, sondern durch das diebische Vergnügen, daß jedes einzelne dieser Stücke von den Spezialisten des Museums für teures Geld als echt erworben war, sich aber über kurz oder lang als geschickte Fälschung herausgestellt hatte.

Malender „Kohlrabi-Apostel“

Es ist, vom Standpunkt der Dankbarkeit, allzusehr in Vergessenheit geraten, welches Verdienst sich um die Jahrhundertwende die allgemein verlachten „Originale“ um die allmähliche Durchsetzung gewisser vernünftiger Reformen und Korrekturen des zivilisierten Daseins erworben haben – sie, die „Unvernünftigen“, die „Narren“ (wie alle Klugen damals glaubten), die Wüstenprediger auf dem verhärteten Asphalt der Großstädte.

Die Hochschulen im dritten Reich

Dieter Sauberzweig, Dr. phil., ist seit 1953 Referent, seit 1956 Geschäftsführer der Studienstiftung des deutschen Volkes. Er gehört dem Jahrgang 1925 an, ging also noch zur Schule, als die von ihm geschilderten Vorgänge einsetzten, war Soldat der deutschen Wehrmacht, als sie ihren Höhepunkt erreichten.

Zu empfehlen

FÜR Leute, die „endlich wieder einmal einen richtigen, schönen Roman lesen wollen“ – Alessandro Manzoni: „Die Verlobten“, aus dem Italienischen von E.

Verarmt das Revier?

In einem Artikel seiner Kammermitteilungen, die in der vergangenen Woche über die Schreibtische des Reviers wanderten, hat der Hauptgeschäftsführer der Industrie-, und Handelskammer Dortmund, Dr.

Ein großer VW

Zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt hat das VW-Werk das neue Modell angekündigt, über das bereits lange gerätselt worden war – jedoch just zwei Wochen vor Zeichnungsschluß für die VW-Volksaktien, deren Verkauf zeitweilig etwas zähflüssig war.

Nekrolog auf verlorenes Eigentum

Die Bundesregierung werde weiterhin bemüht sein, die Rückerstattung des seinerzeit in Amerika beschlagnahmten deutschen Eigentums anzustreben, heißt es in einer Bonner Verlautbarung, die besser unterblieben wäre.

Auf neuem Kurs

Kaum mehr als 24 Stunden beschäftigten die letzten Beschlüsse des Zentralbankrates die Öffentlichkeit. Noch ehe das fast schon obligatorische Für und Wider einsetzte, noch ehe die abermalige Ermäßigung der Mindestreserven um 5 vH und die gleichzeitige Erweiterung der Rediskontkontingente von den „Betroffenen“ als ausreichend oder unzulänglich bewertet wurden, beherrschte die wirtschaftspolitische Diskussion ein neues Thema: die Aufwertung.

Das Beispiel von Paris-Orly

Jener Schuß Frühling in der Luft über Paris allein konnte es nicht zuwege gebracht haben, daß sich Tausende – Staatspräsident Charles de Gaulle an der Spitze – bei den Einweihungsfeierlichkeiten des ohne Zweifel grandiosen neuen Verwaltungsgebäudes auf dem Flughafen Paris-Orly ein Stelldichein gaben.

Fernseh-Halden

Die Stellungnahme, mit der die Fernsehindustrie den Karlsruher Spruch über das zweite Fernsehprogramm begrüßte, klang etwas gequält.

Die Kassen wollen mitsprechen

Im Grunde sieht man das auch bei der gesetzlichen Krankenversicherung ein, ebenso wie man dort lange gezögert hat, so unumwunden nach der Einschaltung des Staates zu rufen.

Das Loch im Krankenhaus-Budget

Von den gesetzlichen Krankenversicherun gen ist die Forderung erhoben worden, daß die Gemeinden und Landkreise die Krankenhäuser unterhalten sollen.

„Supermärkte“ in Frankreich

Die Währungssanierung in Frankreich vor zwei Jahren hat auch in den technisch stark zurückgebliebenen Handel einen frischeren Konkurrenzwind gebracht.

Der Leser fragt...

Man kommt an keiner Sparkassenfiliale vorbei, ohne sehr suggestiv informiert zu werden, daß „jedermann“ Kredit bis zu 1000,– DM zu leichten Bedingungen bekommen kann.

Der Druck kam von den Großen

Die Deutsche Hypothekenbank, Berlin-Hannover, bezeichnet das Jahr 1960 als das Jahr der Bewährung des Hypotheken-Pfandbriefes.

Die Börse sucht nach neuen Maßstäben

An dieser Stelle stand in der Vorwoche zu lesen: „Man spricht wieder von der DM-Aufwertung. Aufgebracht wurden die Aufwertungsversionen durch jene Bonner Kreise, du mit Hilfe der Aufwertung das deutsche Preisklima wieder beruhigen möchten.

Stock-Dividende ohne Widerspruch

Die Hauptversammlung der Vereinsbank in Hamburg am 4. März wurde überschattet durch die an diesem Tage gerade bekanntgewordene DM-Aufwertung.

An stabilem Bierpreis interessiert

Die Hauptversammlung der Schultheiß-Brauerei AG, Berlin, billigte den Abschluß für 1959/60 (30. September), der trotz fast stagnierendem Absatz die Heraufsetzung der Dividende auf 16 (i.

Der Leser schreibt...

Die Häufung der Möglichkeit des Bezuges junger Aktien in diesem Jahr wird es vielleicht manchem Aktionär schwer machen, das zum Erwerb notwendige Barkapital flüssig zu machen.

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