FÜR Leute, die „endlich wieder einmal einen richtigen, schönen Roman lesen wollen“ – Alessandro Manzoni: „Die Verlobten“, aus dem Italienischen von E. W. Junker, mit sämtlichen Illustrationen der Originalausgabe; Dünndruck-Bibliothek der Weltliteratur, Winkler-Verlag, München; 944 S., 24,80 DM.

ES ENTHÄLT jenen klassischen historischen Liebesroman, der im Original I Promessi Sposi (also eigentlich: die Brautleute) heißt und von dem Goethe sagte, daß er „alles überflügelt, was wir in dieser Art kennen“ („in dieser Art“, das bedeutete: in der Art von Sir Walter Scott und Victor Hugo). Bisher wurde er auch von Literaturkennern mehr genannt als gelesen; die Standard-Übersetzungen von Laßmann und Bülow muteten dem deutschen Leser wirklich viel guten Willen zu.

ES GEFÄLLT, weil die Entstaubung des scheinbar Verstaubten so vollkommen gelungen ist:durch die gefällige äußere Form, die wir an den Winkler-Dünndruck-Ausgaben schon lange schätzen: handlich, und dennoch groß genug im Druck; dünn, und dennoch nicht so, daß man immer halb mitlesen muß, was erst auf der nächsten Seite steht; vor allem aber durch die Übersetzung von Ernst Wiegand Junker, die in vorsichtiger und durchaus vertretbarer Weise vom Recht des Übersetzers Gebrauch macht, den Roman in der Sprachform so nahe wie möglich an die Gegenwart des Lesers heranzuholen, a. f.