„Die Erwachsenen“ („Les grandes persones“, Frankreich). Eine junge Unschuld aus Amerika kommt ins lästerliche Paris, wo sie für kurze Zeit ein amouröses Dreieck leicht durcheinanderbringt. Hineingemischt sind ein Eßlöffel, phlegmatische dolce Vita und eine Prise Jugend-Erwachsenen-Problematik; das Ganze bewegt sich auf langatmigen und teilweise denkbar ausgeleierten Dialogen. Jean Valere ist der Regisseur, Jean Seberg, anfangs kurioserweise mit Zöpfchen, muß zum erstenmal ihre Unschuld einbüßen; der Hahn im Korb wird frisch aus einer Zahnpastareklame von Maurice Ronet dargestellt; selbst Raoul Coutrad („Außer Atem“), der Kameramann, kommt kaum in Gang.

Fast neu

Der Teufel spielte Balalaika (Bundesrepublik). Man sollte sich durch den irreführenden Titel nicht abschrecken lassen und auch nicht dadurch, daß dieser Film einige Anleihen beim Klischee-Repertoire aller Gefangenenfilme macht. Hinter dem vordergründigen Geschehen um Flucht, falschen Verdacht und Feme in einem vergessenen sibirischen Kriegsgefangenenlager geht es hier um Anständigkeit, Menschlichkeit und Versöhnung zwischen den Siegern und Besiegten von einst.

Samstagnacht und Sonntagmorgen („Saturday Night and Sunday Morning“, England). Der mehrfach ausgezeichnete Film schildert die gut (zu gut) verdienende Jugend, die „realistisch“ zu leben glaubt: Ans Ende jeder inhaltlosen Arbeitswoche setzt sie ein Weekend mit Schnaps, Liebe, Schlägereien. Einen solchen Helden des Wochenendes spielt der fünfundzwanzig jährige, überaus begabte Albert Finney. Der Drehbuchautor Alan Sillitoe schließt die dramatische Geschichte mit einem Pseudo-Happy-End. Regie führte Karel Reisz.

Rom, offene Stadt („Roma, cittá aperta“, Italien). Eine italienische Chronik des zivilen Widerstandes gegen die Deutschen, in den letzten Kriegstagen nach der Befreiung Roms gedreht. Es ist der erste „neorealistische Film“ Roberto Rosselinis.

Es begann in Neapel (USA). Clark Gable in einer seiner letzten Rollen mit Sophia Loren, die sich um große Kunst bemüht, und Vittorio de Sica. Neapel ist hier einmal nicht versüßlicht, sondern ironisch als lärmende, geldgierige Touristenfalle geschildert.