DIE ZEIT

Freie Fernseh-Wirtschaft

Die „Freies Fernsehen-GmbH“ hat aus dem vollen gewirtschaftet. Übrigblieb jetzt nur ein Leertitel. Noch wenige Tage vor der Verkündung des Karlsruher Urteils wurden Verträge für fünf Jahre schriftlich abgeschlossen.

Mao sagt nein

Eine Stunde und fünfundzwanzig Minuten lang saßen sich im Warschauer Mislewicki-Palast der amerikanische Botschafter Jacob D.

Rapackis Revisionismus

Bevor der polnische Außenminister Rapacki Wien verließ, sagte er auf einer Pressekonferenz: "Niemand hat Polen einen konkreten Vorschlag für die Normalisierung der Beziehungen mit der Bundesrepublik unterbreitet Er fügte hinzu: "Was die Ersatzlösungen für diplomatische Beziehungen anbelangt, so ist seit langem bekannt, daß wir sie weder für richtig noch für zweckentsprechend halten.

Schlechter Stil

Für den Staatsbürger gibt es beklemmende Augenblicke, wenn er die ausführlichen Berichte über die Bundestagsdebatte der letzten Tage liest.

Der „lächelnde Willy“ in Washington

Sogar neben Willy Brandt wirkt John Kennedy noch jugendlich. Der Berliner Bürgermeister sah am Montag hinter dem Schreibtisch des Präsidenten überanstrengt aus.

Die vergessene Krise

Eine neue Runde von Versöhnungsgesprächen und das Vordringen der Pathet-Lao-Guerillas kennzeichnen die Lage in Laos. Schlüsselfigur im laotischen Schattenspiel ist der geflüchtete, neutralistische Ex-Premier Prinz Souvanna Phouma.

Zeitspiegel

„Wer Brandt seine Emigration als solche vorwirft, entlarvt sich als freiwilliger Mitläufer des NS-Regimes. Wer ihm übelnimmt, daß er 1946, als prominente Kollektivschulderklärungen an der Tagesordnung waren, zwischen Schuld und Haftung unterschied, der porträtiert sich selbst als Anhänger jener ‚Kollektivunschuld‘, die uns kein Gewissen abnehmen kann.

Aus der israelischen Anklageschrift

Strafbare Handlung im einzelnen: Der Angeklagte beging im Deutschen Reich Verbrechen gegen das jüdische Volk dadurch, daß er, zusammen mit anderen, Maßnahmen für die Sterilisation der Juden im Deutschen Reich und in den von diesem besetzten Gebieten vorbereitete, um Geburten unter den Juden zu verhindern.

Eichmann, das große Weltgericht und wir

In den kommenden Monaten wird uns nichts geschenkt werden – mögen wir nun Ex-Nazis, Mitläufer, gar keine Läufer, Widerstandskämpfer, Ex-Emigranten, die ewig Gleichgültigen, oder jene junge deutsche Generation sein, die von all dem nur aus Büchern und Filmen erfährt.

Nun doch Berlin statt Leipzig

Die Sowjetzonenregierung hat am vergangenen Wochenende ihren kurzen Waffenstillstand mit der evangelischen Kirche in Deutschland beendet.

Lehren aus dem Leertitel

Am 30. Dezember 1959 hat Staatssekretär von Eckardt, so berichtete der Bundesfinanzminister Etzel letzte Woche im Bundestag, auf Grund einer Ermächtigung der Bundesregierung der Freien Fernsehen GmbH, einen Auftrag zur Errichtung eines zweiten Fernsehprogramms erteilt.

Luns blickt nach London

Am Plein 23 in ’s-Gravenhage, der niederländischen Hauptstadt, die unter ihrem anderen Namen – Den Haag – im Ausland weit besser bekannt ist, liegt ein nicht eben großes Gebäude.

Zögerndes „Si“ in Rom

Im Gegensatz zu den optimistischen Erläuterungen, die der amerikanische Sonderbotschafter Avereil Harriman und die italienische Regierung am letzten Wochenende über ihre dreitägigen römischen Gespräche abgaben, ist in Rom nicht alles gut gegangen.

Die Suche nach Sicherheit

In der hektischen Fortentwicklung der modernen Waffen kann das Heil der Völker heutzutage nicht mehr liegen – diese Erkenntnis setzt sich in den Vereinigten Staaten mehr und mehr durch.

Nicht verärgert – nur verwundert

Wieder einmal, zum zwölften Mal seit 1945. waren etwa 40 Engländer, Abgeordnete, Journalisten, ehemalige Minister, Botschafter und Luftmarschälle nach Königswinter gekommen und diskutierten dort mit einer ähnlich zusammengesetzten Gruppe von Deutschen.

Berlin: Schlecht geschaltet

Mehr als 250 000 Westberliner Fernsehkunden waren in den ersten Märztagen entrüstet. Allabendlich, wenn sie das vom Sender Freies Berlin hereingeholte und weiterverbreitete westdeutsche Programm sehen wollten, hatten sie wenig Freude.

Hessen: Anruf aus dem Ministerium

Das kam wie aus heiterem Himmel“, sagt Frankfurts evangelischer Stadtjugendpfarrer Strohmeier. Er meint das Verbot der religiösen Jugendfreizeiten durch den hessischen Kultusminister Professor Schütte.

Kritik an der Kritik

Erst nach Überwindung innerer Widerstände habe ich mich entschlossen, auf die vier Artikel des LGR Dr. H. Donau zu erwidern.

Wo sind die Rechtsforscher?

Herr Dr. Donau spricht nur das aus, was wir alle längst wissen: Die juristische Ausbildung ist zu einer konventionellen Lüge geworden, einem Skandal und Ärgernis, mit dem sich aber – leider – die meisten zynisch abgefunden haben.

Honorarprofessoren

Der Beitrag spricht von der teilweise fehlenden Verbindung zwischen Wissenschaft und Praxis und erwähnt in diesem Zusammenhang die Lehrbeauftragten.

Ein Plädoyer für die Oligarchie

Über die Reformbedürftigkeit der Studiengänge, Prüfungsordnungen und Unterrichtsverfahren sind sich viele von uns im klaren, und es ist notwendig, immer wieder davon zu sprechen.

Die Kapitulation der deutschen Universitäten

Dieter Sauberzweig, Dr. phil., Geschäftsführer der Studienstiftung des deutschen Volkes, setzt hier seinen in der letzten Nummer der ZEIT begonnenen Bericht über die deutschen Hochschulen im Dritten Reich fort: auf die Bücherverbrennung folgte die Vertreibung der jüdischen Gelehrten.

Das kann jeder Affe

„Ach, nur so, zum Vergleich. So also sehen richtige Männer aus! Dieser Shepard zum Beispiel. Ein Kerl wie aus Stahl. Aber in seinen Augen schimmert auch eine warme Zärtlichkeit.

Die Leute mit den Baskenmützen

Im Straßenbild kommen sie nur noch vereinzelt vor, und wo sie sich massieren, ist bestimmt ein kulturbeflissenes Institut in der Nähe – eine Rundfunkanstalt, ein Verlag, ein Theater oder dergleichen.

Zeitmosaik

Auch die deutsche Ausgabe der „Lady Chatterley“ von D. H. Lawrence ist nicht „unzüchtig“. Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat mit dieser Begründung die vom Kölner „Volkswartbund“ gegen den Rowohlt-Verlag erstattete Anzeige wegen Verbreitung unzüchtiger Schriften abgewiesen.

Europäische Reflexionen in Australien

Professor Dr. Hugo Kuhn, Ordinarius für ältere deutsche Literatur an der Universität München, ist einer der führenden deutschen Altgermanisten die Anregungen, die er zu geben vermag, gehen jedoch weit über das eigene Fachgebiet hinaus.

10 Jahre Schuman-Plan

Im französischen Außenministerium wurde der Schuman-Plan feierlich paraphiert. Der Vertragsentwurf muß noch von den Regierungen der sechs Mitgliedstaaten bestätigt und von den Parlamenten ratifiziert werden.

Entgiftungs-Utopie

Das ist die Zeit der schweren Not, das ist die schwere Not der Zeit...“ Im Winter 1939/40 war der alte, litaneihafte Spruch nur allzu aktuell.

Auf eine höhere Art sinnlos

Die sprichwörtliche Behauptung, der erste Schritt sei der schwierigste, gilt nicht für die Literatur, jedenfalls nicht für den Roman.

Zu empfehlen

ES ENTHÄLT Aufnahmen von historischen Baudenkmälern und Kunstwerken wie von der gar nicht „musealen“ Stadt, dem Florenz, das heute fabriziert, handelt, baut, spielt und spaziert.

Wer erkennt hier Barlach?

Mit diesem Entwurf, einer kleinen Tonfigur, knapp 40 cm hoch, beteiligte sich 1899 ein junger namenloser Künstler am Wettbewerb für ein Straßburger Goethe-Denkmal.

Handbuch deutscher Geschichte

Vor 15 Jahren war viel die Rede von einer Neuwertung der Deutschen Geschichte. Das gebildete Bürgertum vor allem, und das heißt in Deutschland das geschichtlich gebildete Bürgertum, fand sich nicht mehr zurecht.

Naturnähe

Wenn es nicht Pflichtbewußtsein einem Klassiker gegenüber, sondern Entdeckerfreude ist, die den Leser von Seite zu Seite eilen läßt, dann ist es aufs beste um ein Buch bestellt.

Der Wanderpokal Wahrheit

Mancher Schuster ist ein Poet und mancher Journalist ein heimlicher Lyriker. Daß man auch auf leise, verspielte, zärtliche Art dem Tage dienen kann, daß man Journalist, sogar politischer Journalist sein kann, ohne mit dem Holzhammer zu operieren, dafür ist Hans Kasper seit geraumer Zeit ein rühmliches Beispiel.

Zeitraffer

Der amerikanische Handelsminister Luther Hodges äußerte in einem Fernsehinterview, er habe das Gefühl, daß das Wirtschaftliche Konjunkturtief in den USA überwunden sei und daß ein Aufwärtstrend einsetze.

Leipziger Messe:: Die Zone hungert nach Stahl

Die Leipziger Frühjahrsmesse (5.–14. März) oder das „Gipfeltreffen der Wirtschaftler“, wie die SED-Funktionäre dazu sagen, war zweifellos mit ihren 9078 Ausstellern aus 51 Ländern die größte Messe der Welt.

Zurück zur Zentralwirtschaft

Ohne den Einfallsreichtum der in der sowjetischen Landwirtschaft tätigen Funktionäre zu kennen, hat der sowjetische Parteichef N.

Der Gulden im Schlepptau der DM

Die Aufwertung des holländischen Guldens überraschte die Öffentlichkeit womöglich noch stärker als die Revalorisierung der D-Mark, da in Holland für den internationalen Kapitalverkehr immer noch ein ziemlich strenges Devisenregime gilt und der holländische Kapitalmarkt bis auf weiteres noch für Emissionen des Auslandes gesperrt ist.

Warten ...

Zehn Tage nach der DM-Aufwertung war die damit verbundene Erwartung, daß die Preise importierter Waren automatisch billiger werden, noch graue Theorie.

Aktive Zinspolitik

Es entbehrt nicht einer gewissen Komik, daß die Aufwertung der Mark, gegen die man sich in Frankfurt lange gesträubt hatte, die Bundesbank heute in die Lage versetzt, ihre Zinspolitik zu aktivieren.

Lohnt sich der Weg nach Bonn?

Die Meinungen über die Aufwertung sind gespalten. Man lobt einerseits die zu erwartenden konjunkturdämpfenden Folgen und damit verbunden die preisstabilisierten, wenn nicht gar billigeren Märkte.

Versammlung der Reingefallenen

Die Versammlung der Aktionäre der International Land & Development Corp., Nassau/Genf, die kürzlich in Frankfurt/Main stattfand, brachte keine praktischen Ergebnisse.

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