Wieder einmal macht ein Genfer Finanzierungsinstitutvon sich reden: Penombra S. A., Genf. Zum erstenmal hörte man von dieser Firma, als sie im Zuge einer großangelegten Werbe-Aktion Aktien der Telycolour Ltd., St. Helier (Jersey), anbot. Ausdrücklich wurde erklärt, daß die Penombra S. A. „nur eine beschränkte Anzahl Aktien zu 7,50 DM je Stück (Aktiennennwert 1 sh) unter Option hält“. Deshalb wurde zu großer Eile beim Zeichnen geraten.

Wir haben uns ein wenig umgehört und dabei festgestellt, daß in Kreisen der Londoner City Telycolour ein unbeschriebenes Blatt ist. Man kennt weder eine Bilanz noch einen Geschäftsabschluß. Wenn Penombra behauptet, daß Telycolour-Aktien demnächst zum Börsenhandel zugelassen werden sollen, dann sagt die Londoner Börse: Von einem Antrag auf Börsenzulassung nichts bekannt. Also alles sehr merkwürdig ...

Merkwürdig finden wir auch die neue Werbeaktion von Penombra, die durch Insertion versucht, Aktien eines amerikanischen Finanzinstitutes an den Mann zu bringen. In den Anzeigen wird natürlich nicht gesagt, um welche Finanzierungsgesellschaft es sich dabei handelt, denn wenn man den „Tip“ kennt, braucht man Penombra nicht mehr, sondern kann seinen Kaufauftrag auch über eine deutsche Bank leiten. Das halten wir nicht für merkwürdig. Ungewöhnlich ist jedoch, daß in der Anzeige auf unsere „Gespräche am Bankschalter“ hingewiesen wird, so daß der unbefangene Leser meinen könnte, die ZEIT-Redaktion hätte sich schon anerkennend mit der unbekannten amerikanischen Aktie befaßt. Das ist aber nicht der Fall. Wir kennen weder die von Penombra angebotenen Aktien, noch kennen wir Penombra selbst. Wir haben die Offerten von Penombra bislang sehr sorgfältig verfolgt und sind dabei zu dem Schluß gekommen, daß man auch hier prüfen sollte, mit wem man es zu tun hat, bevor man sich auf irgendwelche Geschäfte einläßt. K. W.