Die Versammlung der Aktionäre der International Land & Development Corp., Nassau/Genf, die kürzlich in Frankfurt/Main stattfand, brachte keine praktischen Ergebnisse. Wer auf das Zeichnungsangebot der schweizerischen Finanzfirma Institute of Investment & Research S. A. (Genf) seinerzeit eingegangen ist und Aktien von Land & Development erworben hat, wird sich auf eine lange Wartezeit gefaßt machen müssen, bevor er sein Geld wiedersieht, wenn überhaupt bei diesem Unternehmen noch etwas zu retten ist. Der „Präsident“ dieses Unternehmens, ein Mr. Harris, hat sich – wie wir bereits berichteten – inzwischen nach Kanada abgesetzt. Er hat zwar „Schritte zur Wahrung der Interessen der Aktionäre“ angekündigt, doch weiß niemand, wie sie aussehen sollen. Zunächst ist jedenfalls ein Handel der Aktien von Land & Development nicht möglich.

Auch die ehemaligen Vertreter von Investment & Research in Frankfurt/Main, der Schweizer K. Badde und der Türke Ali U. Dogan, wußten keinen praktischen Weg, das Unternehmen wieder flottzumachen. Leider scheint es so zu sein, daß Rechtsmittel in diesem Falle nicht viel helfen werden, sondern daß man mit „moralischen“ Mitteln arbeiten muß. Es war zweifellos vernünftig von den versammelten Aktionären, wenn sie jetzt die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz mit der Wahrung ihrer Interessen beauftragt haben.

Die Moral: Eine große Zahl deutscher Wertpapierspekulanten muß vermutlich Lehrgeld zahlen. Aber nicht nur bei Land & Development, sondern auch noch bei anderen „Wunderaktien“, die von kleinen, meist unbekannten schweizerischen Finanzfirmen angepriesen worden sind. Diese Firmen wenden sich niemals an das Schweizer Publikum, denn das ist offenbar gewohnt, alle Offerten auf Herz und Nieren zu prüfen. In Deutschland ist das anders. Durch die jahrzehntelange Entfremdung vom harten internationalen Finanzgeschäft ist bei uns eine Art Weltfremdheit entstanden, die – so sieht es jedenfalls aus – nur durch schlechte Erfahrungen beseitigt werden kann. K. W.