• TANANARIVE – Die Konferenz der Kongo-Fürsten in Madagaskar beschloß, den Zentralstaat in eine Föderation zu verwandeln. Kasavubu soll an der Spitze eines Staatsrates stehen, der sich aus den Präsidenten aller Mitgliedsstaaten (welche, wird auf einer neuen Konferenz entschieden) zusammensetzt.

Was die feindlichen Brüder an einen Tisch brachte, war wohl die Sorge vor Gizenga, der nicht teilnahm, und der Wunsch, die UN loszuwerden. Aber: Ob diesem Beschluß selbsternannter Regierungschefs ohne Segen des Parlaments Legalität zukommt

  • NEW York – Der Sicherheitsrat der UN debattierte über Portugiesisch-Angola, wo im Zusammenhang mit dem Santa-Maria-Zwischenfall blutige Unruhen stattgefunden haben. Portugals Verteidigung: Angola sei nicht Kolonie, sondern überseeische Provinz und der Sicherheitsrat daher nicht zuständig.

Mit dieser staatsrechtlichen Haarspalterei ist Frankreich in Algerien nicht sehr weit gekommen.

  • BRAUNSCHWEIG – Auf dem Parteitag der Exil-CDU wurde aufs neue das Bekenntnis zur Heimat abgelegt. Doch gab es keine aggressiven Töne – vielmehr die Stimme der Vernunft, der sachlichen Beurteilung der politischen Situation.

Seit dem September 1950 – damals traten sie zum erstenmal zusammen – sind die CDU-Exil-Politiker nicht milder geworden – nur nüchterner.

  • LONDON – Auf der Commonwealth-Konferenz zog sich die Debatte über die Südafrika-Frage sehr viel länger hin als erwartet. Die Regierungschefs der Mitgliedstaaten (sechs Weiße und sechs Farbige), die über das Verbleiben der Republik Südafrika beriete:., distanzierten sich in einer Erklärung scharf und unmißverständlich von jeglicher Rassenpolitik.