FÜR Italienreisende –

Martin Hürlimann: „Florenz“, mit einer Einführung von Rolf Linnenkamp; Atlantis Verlag, Zürich; 178 S. mit 138, teils farbigen, Abbildungen; 18,– DM.

ES ENTHÄLT Aufnahmen von historischen Baudenkmälern und Kunstwerken wie von der gar nicht „musealen“ Stadt, dem Florenz, das heute fabriziert, handelt, baut, spielt und spaziert. Dazu einen Text, der besonders über die Zeit Auskunft gibt, als Florenz die „geistige Hauptstadt der Welt“ war (1300–1650), und ausführliche Bilderläuterungen.

ES GEFÄLLT, weil es unter den sehr vielen Florenzbüchern eines der bescheidensten und solidesten ist; weil Hürlimann die Sachlichkeit seiner photographischen Berichte so ernst nimmt, daß er (wozu heute Mut gehört) dem nüchternen „Postkartenstil“ den Vorzug vor einer allzu subjektiven und effekthascherischen Photographie gibt; weil es Rolf Linnenkamp, einem jungen deutschen Kunsthistoriker, der mehrere Jahre in Florenz lebte, gelang, seine kultur- und kunsthistorischen Kommentare in einer Art geistigen Stenogramms und doch anschaulich und farbig darzubieten. e. t.