Fidel Castro liebt Diktatorenallüren. Der deutsche Legationsrat Baumann hatte etwa 150 Kilometer von Havanna am Strand ordnungsgemäß das Haus eines „Konterrevolutionärs“ gemietet, der das Land verlassen hatte. Die Frau kassierte die Miete. Ordnungsgemäß. Am Wochenende wollte Baumann sein Haus betreten. Es war versiegelt. An der Tür klebte ein Zettel: „Finanzministerium“. Keine Unterschrift, kein Stempel, kein Datum.

Nun hatte Baumann schon vor einiger Zeit ähnliches an seiner Garage erlebt. Damals hatte sich das kubanische Protokoll dafür entschuldigt. Baumann dachte: „Ach, wieder so ein Fall!“, nahm das Siegel herunter, holte sich seine Sachen und meldete am nächsten Tag dem Protokoll, was er vorgefunden und was er getan hatte. Wieder entschuldigte sich das Protokoll.

Aber Fidel Castro – er liebt eben Diktatorenallüren – befand, daß Baumann unerwünscht sei. In später Stunde ward dies dem Legationsrat mitgeteilt, und er mußte das Land verlassen. Die Bundesrepublik protestierte verständlicherweise. Darauf kam noch keine Antwort. R. S.