Verfallene Bezugsrechte

Bei Inseraten, die sich auf Ausübung von Bezugsrechten beziehen, findet sich stets der Satz: „Wir fordem unsere Aktionäre auf, zur Vermeidung des Ausschlusses usw.“ – Die Frage lautet nun: „Wenn jemand seine Aktien zu Hause aufgehoben hat und aus irgendeinem Grunde die Frist zur Ausübung des Bezugsrechtes versäumt hat, was geschieht? Hat er dem alle Ansprüche verloren?“ H. F., Düsseldorf

Antwort: Wer die Bezugsfrist für junge Aktien versäumt, hat keinen Rechtsanspruch mehr auf die jungen Aktien, die ihm seinem Bestand an alten Aktien gemäß zugestanden hätten. Auch nicht auf den Gegenwert des an den Börsen gehandelten Bezugsrechts. Wir kennen jedoch keinen Fall, wo man in diesem Punkte nicht eine gewisse Kulanz gezeig: hätte. Oftmals haben Gesellschaften noch nach sechs bis zwölf Monaten nach Verstreichen der Bezugsfrist einen Weg gefunden, den säumigen Aktionär zu befriedigen. Entweder wird ihm der Bezug junge; Aktien nachträglich ermöglicht, oder man vergütet ihm den seinerzeit gehandelten Bezugsrechtwert Hier ist allerdings eine Einschränkung am Platze Sind nämlich die Aktien des betreffenden Unternehmens seit der Bezugsrechtnotierung stark gefallen, dann kann es sein, daß die Gesellschaft nicht den vollen, auf Basis des höheren Kurses zustande gekommenen Bezugsrechtwert vergütet. Da sie rechtlich ohnehin nicht zu einer Regelung verpflichtet ist, steht ihr die Wahl natürlich offen.