Schon vor ihrem Antritt hat die neue amerikanische Regierung Kennedy in fast allen Wirtschaftskreisen des Landes große Hoffnungen auf eine Belebung des Marktes geweckt. Insbesondere die amerikanische Börse versprach sich für ihr Geschäft neuen Auftrieb – und sie ist, wie bereits die wenigen ersten Wochen der Amtszeit Kennedys zeigen, nicht enttäuscht worden.

Die Halbinsel Manhattan, der Kern New Yorks, ist dem Fremden bekannt durch ihre berühmte „Skyline“, durch ihr Profil aus Eisenbeton, Stein, Stahl und Glas. Im Innern der Hausgiganten pulsiert reges Leben, New Yorker Leben, geprägt durch die vielgestaltigen, unersättlichen Bedürfnisse der modernen Zivilisation. Das „business“, das Geschäft, also Kaufen und Verkaufen, ist zweifellos ein Hauptthema dieses Lebens. Und gleichzeitig ist es auch Inbegriff des Geschehens an der Börse.

Wer Börse sagt, denkt sofort an die Wall Street, eine jener vielen schmalen Sträßchen im „alten“ New York. Ein düsteres Rinnsal städtischen Verkehrs ist es, eingezwängt zwischen die hundert Meter hohen Wolkenkratzerwände, gemieden von der Sonne, fern aller Natürlichkeit. Hier befindet sich die vielzitierte und auch vielgeschmähte „New York Stock Exchange“, die größte Börse der Welt, die als Barometer der Wirtschaft der Vereinigten Staaten schlechthin gilt. Am östlichen Ende von Wall Street liegt Trinity Place, ein kleines Geviert, ausgespart inmitten des Häusermeeres, mit ein paar Bäumen – im kümmerlichen Lichte vegetierend. Seite an Seite mit einer in gotischem Stil gehaltenen Kirche findet sich der andere große Markt für Wertpapiere, der American Stock Exchange. Die Bildreportage auf diesen Seiten wurde hier „aufgeschnappt“. Organisation und Ablauf des Geschehens ist bei beiden Börsen ungefähr gleich. Das Gebäude und die Räumlichkeiten des American Stock sind allerdings etwas neueren Datums. Rle.