DIE ZEIT

Wahl am Namenstag

Nein, von CDU oder DP hat der Herr Pfarrer nichts gesagt, auch nichts von FDP, von SPD und BHE. Er sagte nur: „Heute ist Gemeindewahl.

Teststopp als Test

In Genf sitzen seit Dienstag wieder die Unterhändler der Vereinigten Staaten, Großbritanniens und der Sowjetunion am Konferenztisch.

Gomulka wettert

Der polnische Parteichef Gomulka hat am vergangenen Wochenende zugleich gegen die Bundesrepublik, gegen den Vatikan und gegen das polnische Episkopat gewettert.

Die SPD sagt nein

Niemand wunderte sich im Kaiserreich darüber, daß die Sozialdemokratie Jahr um Jahr den Etat und natürlich erst recht den Heeresetat ablehnte.

Treck in die Vergangenheit

Ohm Krüger, der Präsident von Transvaal, von dem es heißt, er habe mit sieben Jahren seine erste Antilope, mit elf seinen ersten Kaffern und mit vierzehn seinen ersten Löwen geschossen, pflegte als alter Mann zu sagen, wenn er auch nie eine Schule besucht habe, so habe er doch eines gelernt: Freund und Feind zu unterscheiden.

Kopflose Allianz

Im NATO-Gebäude an der Porte Dauphine zu Paris fehlt seit ein paar Wochen der Hausherr. In den ersten Märztagen hat sich Paul Henri Spaak, den Flugschein nach Brüssel in der Tasche, von seinen Mitarbeitern verabschiedet.

Sturm auf die roten Rathäuser

Kaum waren die Stimmen der Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen ausgezählt, da traten die Rechenkünstler der Parteien in Aktion.

Lektion aus Karlsruhe

Etwa 120 KPD-Funktionäre sind im Laufe der letzten Jahre als Rädelsführer einer verfassungswidrigen Partei verurteilt worden.

Zeitspiegel

„In allernächster Zukunft wird es uns der Mangel an Fachkräften unmöglich machen, unsere neuen Schiffe und Flugzeuge zu bemannen!“ Diese düstere Prognose hinterließ der amerikanische Marineminister William D.

Chruschtschow über die Zukunft

Der Kommunismus ist kein abstrakter philosophischer Begriff; er besitzt einen bestimmten Inhalt – die Notwendigkeit der Vernichtung der Ausbeuterklassen und der Beseitigung der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen, die Notwendigkeit der Errichtung einer Gesellschaftsordnung, in der alle geschaffenen materiellen und geistigen Werte gesellschaftliches Eigentum sind, und in der die Menschen, die diese Werte schaffen, selbst nach ihrem Ermessen darüber verfügen, die Früchte ihrer Arbeit genießen und in der der Grundsatz gilt; Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen.

Die rote Welt von morgen

Der Kreml zwischen Utopie und Realität: sowjetische Blaupausen für das zukünftige Leben im Kommunismus (I)

Revolutionärin bis zum letzten Atemzug

Niemand, der Ruth Fischer in den letzten Jahren begegnet ist, wird sie so leicht vergessen: die kleine, energische Gestalt und das kaum schön zu nennende, aber durch ein Paar ungemein lebendige, dunkle Augen bestimmte Gesicht.

Kennedy lernt von Mao Tse-tung

Schon seit Jahren gibt es eine Partisanenschule der US-Armee in Fort Bragg. Zweitausend besonders ausgewählte Soldaten lernten dort in harter Ausbildung, was die Kommandotruppen der Engländer während des letzten Krieges durchexerziert haben.

Zweifel hat er nie gekannt

Typisch für Dr. Hendrik Verwoerd war die Art, in der er seine Entscheidung traf, Südafrika aus dem Commonwealth herauszuführen.

Thronwechsel in Wien

Winston Churchill erzählte einmal von einem Faß Wein, das man den Unteroffizieren seines Regiments gegeben hatte. Auf die Frage, wie der Wein gewesen sei, sagte er: „Gerade recht.

Schuß nach hinten

Mit der antideutchen Propaganda haben sich die polnischen Kommunisten in eine peinliche Lage manövriert. Da in letzter Zeit die Zeitungen wieder voll waren von Angriffen gegen das deutsche Volk und gegen die deutschen Soldaten, ist es nicht weiter verwunderlich, daß jüngst bei dem Auftritt eines sowjetzonalen Regierungsvertreters in einer Provinzstadt der ehemaligen deutschen Ostgebiete einige Pfui-Rufe ertönten.

Pietro Nennis letzter Sieg

Im Mailänder Teatro Lirico, wo Mussolini seine letzte große Rede hielt, bevor er von kommunistischen Partisanen erschossen wurde, haben die Führer der italienischen Sozialisten fünf Tage lang auf ihrem 34.

Kein Dolce Vita

Zu Ihrem Artikel darf ich Ihnen mitteilen, daß ich nicht Eigentümer von Hotel und Flughafen Lugano bin. Beides betreibt eine Gesellschaft, die mir nicht gehört und die ich auch nicht beherrsche.

Ausgewiesen

Fidel Castro liebt Diktatorenallüren. Der deutsche Legationsrat Baumann hatte etwa 150 Kilometer von Havanna am Strand ordnungsgemäß das Haus eines „Konterrevolutionärs“ gemietet, der das Land verlassen hatte.

Nächstes Ziel: Kontrastprogramm

Die Länderchefs haben einen guten Beschluß. gefaßt, als sie übereinkamen, eine unabhängige Gemeinnützige Anstalt des öffentlichen Rechts zur Verbreitung eines gemeinsamen Zweiten Fernsehprogramms zu errichten.

Bayern: Souvenirs – Souvenirs

Jagd auf ein besonderes Souvenir machten zwei amerikanische Soldaten in Gunzenhausen (Bayern). Gegen Mitternacht stoppten sie ihren Wagen bei einem Wandergesellen.

Müll-Expedition

Auch den Müll sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Vor allem für die Kommunen ist der Müll eine Aufgabe, ein „echtes Anliegen“.

Bayern: Reinfall in Memmingen

Mit Pauken und Trompeten fiel der CSU-Kandidat durch – am vorletzten Sonntag in Memmingen, wo die Bevölkerung einen neuen Landrat zu wählen hatte.

Ostberlin: Tamtam in Ostberlin

Zwischen Bahnhof Friedrichstraße und Weidendammbrücke erhebt sich hinter einer kargen Rasenfläche ein Ausstellungsbau. Er muß hin und wieder für eine Propagandaschau der Ostberliner Machthaber herhalten.

Baden-Württemberg: Große Wellen um eine Brücke

Die Perserbrücke, die dem Stuttgarter Oberbürgermeister Dr. Klett nebst anderen Gaben zu seinem 50. Geburtstag am 8. April 1955 verehrt wurde, hat nun vier Gerichte beschäftigt; zwei davon werden noch längere Zeit damit zu tun haben.

Berlin: Kommunisten nicht gefragt

Wie man kommunistisch gesinnte Kollegen mit lautloser Gewalt aussondert, haben die Arbeiter des Eternit-Werks in Berlin-Rudow in der vergangenen Woche durch eine Aktion gezeigt, die kaum ihresgleichen hat in der jüngeren Berliner Gewerkschaftsgeschichte.

Ostpreußen: Keine Hotels

Wer heute nach Johannisburg oder Soldau kommt, muß sich ein Privatquartier suchen – Hotels gibt es hier seit 1945 nicht mehr.

Nordrhein-Westfalen.: Rund um die Urne

Es begann am Vorabend der Wahl mit einem völlig neuartigen Ereignis: Während die Kandidaten im Wagenkorso durch die Straßen fuhren und um die Stimme ihrer Mitbürger baten, forderte ein SPD-Kandidat im Landkreis Jülich dringend, ihn nicht zu wählen.

Der Maler-Freund

Zugegeben: Die Sitte, einen verdienten Mann anläßlich seines 60. Geburtstags zu feiern, ist überholt. Ein Sechzigjähriger ist heutzutage kein Jubelgreis, sondern ein Mann, der sich selber entschließt, ob er alt sein will oder nicht.

Thomas Manns Ehrendoktor

Die dunkle Geschichte, wie Thomas Mann die Ehrendoktorwürde in Bonn aberkannt wurde, kann dadurch nicht heller werden, daß als Name des damals amtierenden Dekans „Oberländer“ erscheint, statt – wie es natürlich heißen muß: Obenauer.

Walther Killy:: Wer hat dies Buch genehmigt?

Seit 1951 sind 171 000 Exemplare einer wohlgemeinter Literaturgeschichte gedruckt und in Schulen benutzt worden, die den Titel Vom Wesen und Werden der deutschen Dichtung trägt und Georg Ried, Oberstudienrat an der Luitpold-Oberrealschule in München, zum Verfasser hat.

Mut und Toleranz von ehedem

Wenn man wissen will, was Freiheit der Meinungsäußerung ist, so muß man, allen anderslautenden Legenden zum Trotz, in die Zeiten des alten „Simplizissimus“ zurückblicken, und zwar selbst in die Jahrgänge vor dem Ersten Weltkrieg.

Gesichter der Gegenwart

Im Münchner „Haus der Kunst“ werden gegenwärtig die knapp 300 Werke gezeigt, die für den Marzotto-Preis 1960 eingereicht wurden.

Zeitmosaik

Eine Fortsetzung seines Welterfolges „La Dolce Vita“ will der italienische Filmregisseur Federico Fellini drehen. Titel und Inhalt sind noch geheim.

Sally ist happy

Die unbezahlbare Idee des amerikanischen Präsidenten Kennedy, unbezahlte Amerikaner, vornehmlich Studenten, in unterentwickelte Länder zu schicken, wo sie unter anderem die englische Sprache zu verbreiten und die Verbreitung der Malaria einzudämmen haben, fasziniert mich.

Akademischer Ungeist

Links vor dem Portal der Universität sitzt in Überlebensgröße Aristoteles, rechts sitzt Homer (oder umgekehrt), und neben Aristoteles teilt eine Hand Zeitungen aus, holziges Papier, DIN-A-4 Format, fettgedruckter Zeitungskopf „Student im Volk“.

Die schönsten Schallplatten

Heinrich Schütz: Historia der Auferstehung Christi; Gesangs- und Instrumentalsolisten / Norddeutscher Singkreis / Leitung Gottfried Wolters (Archiv Produktion der Deutschen Grammophon-Gesellschaft 14 118 24,– DM; Stereo 198 022 26,– DM).

Zwitschermaschine

„Mein“ Bild gibt es eigentlich gar nicht. Mit diesem Einwurf ziele ich nicht auf die fehlende juristische Begründung des Possessivpronomens.

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