US-Guerilla-Kämpfer für den „subkonventionellen“ Krieg

Der Stabschef der US-Army, General Decker, hat sich für eine Verstärkung der Guerilla-Sondereinheiten des amerikanischen Heeres ausgesprochen.

Schon seit Jahren gibt es eine Partisanenschule der US-Armee in Fort Bragg. Zweitausend besonders ausgewählte Soldaten lernten dort in harter Ausbildung, was die Kommandotruppen der Engländer während des letzten Krieges durchexerziert haben. Aber nicht nur Großbritannien war Vorbild für diese unkonventionelle Kriegführung, Präsident Kennedy bezieht auch Anregungen von Militärtheoretikern des anderen Lagers: Mao Tse-tung und Ernesto Guevara. Diese Männer sind zugleich Praktiker des Guerillakrieges – und was noch schwerer wiegt, der Erfolg gab ihren Methoden recht.

Kennedy hat die Zahl der Absolventen von Fort Bragg auf 2500 erhöht. Aber das soll nur.-der erste Schritt sein. Seine Berater gehen von der Überlegung aus, daß gut ausgebildete Partisanen gegnerische Streitkräfte binden können, die 10- bis 15mal stärker sind als sie selbst. Strategisch gesehen ist das ein neuer Beitrag zur Theorie des „begrenzten Krieges“.

Die Hauptaufgabe dieser Partisaneneinheiten soll es sein, im Kriegsfall über dem Hinterland des Gegners abzuspringen, um dort die einheimischen Partisanen zu unterstützen – oder sie überhaupt erst für die Aktion zu gewinnen. In Deutschland ist ihr Hauptquartier in Bad Tölz. Hier lernen sie nicht nur, wie man buchstäblich von der Hand in den Mund leben kann, sondern auch, wie man Kontakt zu den osteuropäischen Völkern gewinnt. Russischer und ungarischer Sprachunterricht steht genauso auf ihrem Stundenplan wie die „konventionellen“ Künste der Guerillas, zum Beispiel: sich unsichtbar zu machen oder Brücken in die Luft zu sprengen.

Man erwartet von ihnen, daß sie im Ernstfall ganze Heerscharen von Anti-Kommunisten im roten Machtbereich binden. Einer ihrer Offiziere sagte: „Die größte Veränderung der amerikanischen Strategie ist die, daß wir uns nicht nur auf den Fünfzehn-Minuten-Krieg vorbereiten.“ H. E.