„Oriana“ – Innenkabinen mit Lichthof -„Elektronischer Babysitter“

Die internationale Seetouristik muß nicht auf die Superschiffe des Amerikaners Hyman B. Caritor warten, auf denen die Passage zwischen Europa und Amerika nur 50 Dollar kosten soll; sie braucht sich noch nicht einmal bis zur Jungfernfahrt des französischen Passagierdampfers „France“, des längsten der Welt, zu gedulden – um mit wesentlichen Neuerungen aufzuwarten.

In diesen Tagen hat in Amerika zum erstenmal ein Schiff die Leinen losgeworfen, dessen Konstrukteure sich manches für einen Passagierschiffs-Typ der Zukunft einfallen ließen. Das Postulat der Zukunft: Noch bequemer und noch schneller zur See zu reisen.

Mit der 42 000 BRT großen „Oriana“, dem nun größten Passagierschiff im Pazifik, ist ein weiter Schritt in diese Richtung getan. Es ist ein leichtes Schiff, denn für die Aufbauten wurde Aluminium verwendet; deshalb konnte ein Deck mehr als bei Schiffen dieser Art üblich eingezogen werden: 2138 Passagiere finden somit Platz auf SS „Oriana“. Es ist ein schnelles Schiff; die Entfernung England-Australien (seine Standard-Route: England–Suezkanal–Australien–Westküste USA) wird mit einer Geschwindigkeit von 27 Knoten in drei statt bisher in vier Wochen zurückgelegt werden. Und – hervorstechendste Novität – auch die Bewohner der Innenkabinen werden natürliches Licht und natürliche Luft genießen können: Mehrere Lichtschächte führen in die Tiefen des Schiffsbauches. Schließlich stehen mehr offene Decks als gewöhnlich am Heck zur Verfügung. Leute mit Langerweile können wählen zwischen 17 Bars und mehreren Swimming pools – davon zwei für die Touristenklasse und sogar eine für die Mannschaft.

Einen Clou haben sich die Konstrukteure der „Oriana“ für Familien mit Säuglingen ausgedacht: einen „elektronischen Babysitter“, der die Eltern sofort aus ihren Kabinen in den Säuglingsraum ruft, wenn ihr Sprößling zu weinen beginnt. f.