FÜR Leser aller Fakultäten –

Wolfgang Kayser: „Geschichte des deutschen Verses“; Francke Verlag, Bern und München; 156 S., 12,80 DM.

SIE ENTHÄLT zehn Vorlesungen für Hörer aller Fakultäten, die der Göttinger Germanist im Sommer-Semester 1958 gehalten hat und die jetzt nach seinem Tode von Frau Ursula Kayser herausgegeben worden sind. Themen: Der Vers des 16. Jahrhunderts – Die Opitzsche Reform – Der Vers des 17. Jahrhunderts – Der Vers des 18. Jahrhunderts und Klopstock – Von Klopstock zu Goethe – Goethes lyrische Verskunst – Bemerkungen zu Schillers Vers – Die Romantiker und der Vers – Ausblick auf den Vers im 19. und 20. Jahrhundert.

SIE GEFÄLLT, wie jedes Werk eines Sachverständigen gefallen muß (das Werk, das Wolfgang Kayser seinerzeit berühmt gemacht hat, war eine „kleine Versschule“!), der es fertigbringt, sein Gefühl für die Mitteilungsmöglichkeiten der Sprache nicht durch Sachverstand trüben zu lassen. Kaysers größtes Verdienst war es, daß er sich nie in eine Fachwelt einkapselte, daß er unorthodox und offen blieb, daß er alle Mühe darauf wandte, mühelos verständlich zu sein. Einem glücklichen Zufall und der weisen Entscheidung der Philosophischen Fakultät Göttingen verdanken wir es, daß er in Walther Killy einen Nachfolger gefunden hat, der ihm gerade darin verwandt ist. -a. f.