Von Thilo Koch

Die Gesamtausgabe begann 1960, pünktlich zum 65. Geburtstag. Das bedeutet: Vollständigkeit wird angestrebt; das heißt aber auch: abgeschlossen, zu den Akten der Weltliteratur gelegt.

Freilich, was läge dort nicht? Zuunterst liegen die Kalligraphen des jeweiligen Bauchwehs ihrer Epoche. Man erkennt sie an den „Wohl-niemals.. .“-Sätzen.

Ernst Jünger befindet, daß „wohl niemals“ eine Generation den Krieg so sehr als innere; Erlebnis empfand, wie die Generation des Ersten Weltkrieges. „Wohl niemals zuvor war eine so große Verantwortung einer menschlichen Generation und ihren fühlenden und denkenden Geistern auferlegt wie jetzt...“, schreibt der entmilitarisierte Jünger in der berühmten Schrift „Der Friede“ im Zweiten Weltkrieg.

Wohl niemals eignete sich ein Autor weniger zum Klassiker als dieser heute sechsundsechzigjährige Ernst Jünger. Und doch sind längst die ersten Bände einer zehnbändigen, vom Autor geordneten und revidierten Werkausgabe erschienen.

Die Edition wurde eröffnet mit –

Ernst Jünger: „Werke in zehn Bänden“ – Band 5: Essays I, Betrachtungen zur Zeit, 538 S., 23,50 DM; Band 9: Erzählungen, 515 S., 23,50 DM; Band 4: Reisetagebücher, 431 S., 23,50 DM; Ernst Klett Verlag, Stuttgart.