Die drei letzten Monatsliquidationen an der Pariser Börse sind gewinnbringend verlaufen. Seit November 1960 hat sich eine allgemeine Wertsteigerung durchgesetzt. Der amtliche Generalindex ist vom 4. November um 23 vH gestiegen. Einzelne Kategorien haben noch viel höheren Wertzuwachs erreicht: Warenhäuser 49 vH, Textilwerte 45 vH und Grundstücksgesellschaften um 43 vH. Jetzt scheint sich das Bedürfnis, eine Atempause einzulegen, geltend zu machen. Die Berufsspekulation neigt zu Gewinnmitnahmen.

Die Umsätze sind bisher recht erheblich gewesen und haben in den vergangenen Wochen fast an jedem Tage die Grenze von 100 Millionen NF überschritten. Sehr viel schwächere Kurse sind nicht zu erwarten, da die Saison der Bilanzveröffentlichungen nunmehr in vollem Umfang einsetzen wird. Gute Resultate für 1960 sind bisher veröffentlicht worden. Aus steuerlichen Gründen sind zahlreiche Bilanzaufwertungen zu erwarten. Über die zukünftige Entwicklung aber kann man verschiedener Meinung sein. Die Wirtschaftspolitik der Regierung steht vor einem schwer lösbaren Problem. Es erweist sich, daß die allgemeine Expansion ungleichmäßig verläuft. Die Investitionen der Großchemie und der Stahlwirtschaft gehen über die Voranschläge weit hinaus. Bei beiden Wertkategorien ist daher mit regelmäßigen Kapitalerhöhungen zu rechnen. Andere Industrien, zum Beispiel das Textilgewerbe, erreichen gerade das vorauserrechnete Plansoll von 5 vH. Die Automobilindustrie erlebt die übliche Frühjahrsbelebung, ist aber von Schwierigkeiten bedroht. Die Bauwirtschaft kommt gerade mit.

Beamte und Angestellte wollen aber nicht warten. Sie verlangen, daß die Regierung eine großzügige Verbraucherpolitik treibt, um die Industrie zu schnelleren und intensiveren Investitionen anzuregen. Finanz- und Wirtschaftsministerium lehnen diese Politik ab. Sie ziehen vor, auf die Preise zu drücken, die Zollsätze unerwartet und energisch herabzusetzen, und damit das Risiko auf sich zu nehmen, daß die Einfuhrseite der Handelsbilanz hinaufschnellt. Die Börse beginnt sich zu fragen, ob eine gewisse Inflationsgefahr nicht vielleicht im Anzug sei. Jedenfalls werden Zweifel in bezug auf die Zukunft laut. Solange sie währen, ist zu erwarten, daß auch die Umsätze zurückgehen. Damit aber würde das Kursniveau Zufallseinflüssen gegenüber empfindlicher werden. Retlaw

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Die Allfonds Gesellschaft für Investmentanlagen mbH (München), eine Gründung der Bayerischen Hypotheken- und Wechsel-Bank (München), der Westfalenbank AG (Bochum), und der D~~ag Deutsche Allgemeine Treuhand AG (München) verkaufte im ersten Geschäftsjahr 1960/61 (31. Jan.) 461 115 (bis 31. 7. 60 : 360 600) Anteile. Kurssteigerungen sowie Zins- und Dividendeneinnahmen und Erlöse aus dem Verkauf von Bezugsrechten ließen das Fondsvermögen zum genannten Termin auf 58,38 (43,86) Mill. DM steigen; 81,6 vH entfallen auf Wertpapiere, das übrige sind Bankguthaben. 44,7 vH des Fondsvermögens waren am 31. 1. 1961 in deutschen, 25,4 vH in anderen europäischen und 11,1 vH in nordamerikanischen Aktien angelegt; in Werten südafrikanischer und australischer Gesellschaften waren nur 0,5 vH des Fondsvermögens angelegt. Der Ausgabepreis je Anteil ist im Laufe des Berichtsjahres auf 131,50 DM gestiegen, das ist ein Wertzuwachs um 31,5 vH. Für 1960/61 schüttet die Gesellschaft 7 DM netto pro Anteil (zahlbar am 1. 4. 61) aus. In Anbetracht des bei Eröffnung des Allfonds schon ziemlich hohen internationalen Kursniveaus konnte der Ausschüttungssatz nicht allein durch vereinnahmte Dividenden und Zinsen Zustandekommen; er enthält zum beträchtlichen Teil Einnahmen aus realisierten Kursgewinnen und Bezugsrechten. Auf Dividende und Zinseinnahmen entfallen netto 1,65 DM des Ausschüttungsbetrages pro Anteil.