Hessische Landesbank – Girozentrale – erhöht das Kapital

Die Hessische Landesbank – Girozentrale – beabsichtigt nicht (mehr als zur Erfüllung ihres Zweckes notwendig ist), in den Geschäftsbereich der privaten Institute einzudringen. Als Staatsbank ist es ihre Aufgabe, anfallende langfristige Mittel vornehmlich den Kommunen und der Bauwirtschaft zur Verfügung zu stellen. Als Girozentrale regelt sie die Liquidität der Sparkassen. Darüber hinaus führt sie für Sparkassen Spezialgeschäfte durch, die die kleinen Institute draußen im Land nicht selbst erledigen können.

Die so durch die Umstände bedingte, aber auch von der Bank gepflegte Beschränkung auf einige Hauptgeschäftszweige bekommt dem Institut nicht schlecht. Es vermochte im Geschäftsjahr 1960 die Bilanzsumme (einschließlich der Treuhandgeschäfte) von 4,4 Mrd. DM auf 5,1 Mrd. DM, d. h. um 15,7 vH auszuweiten. Ohne Treuhandgeschäfte beträgt die Bilanzsumme 3,4 Mrd. DM. Der Umfang der Geschäfte machte es notwendig, die Eigenmittel der Bank zu verstärken. Ihre Gewährsträger, d. h. das Land Hessen und die hessischen Sparkassen, haben Ende vergangenen Jahres eine Erhöhung des Stammkapitals von 30 auf 60 Mill. DM vorgenommen. Die Einzahlungen auf die Kapitalerhöhung sollen je zur Hälfte im Jahre 1961 und im Jahre 1962 erfolgen. Ein Viertel der einzuzahlenden Beträge stellt die Bank selbst aus ihren Gewinnen zur Verfügung. Sie bezahlt 1961 und 1962 eine Stockdividende von 12,5 vH. Es sind dies in jedem Jahr 3,75 Mill. DM. 1960 wurde dieser Betrag bereits verdient; er steht als Sonderrücklage für 1961 zur Verfügung. Aus den Gewinnen der Bank wird weiter ein sechsprozentiger Zins auf das Stammkapital gezahlt. Rechnet man hinzu, daß den Rücklagen weitere 6 Mill. DM zugewiesen werden, so ergeben sich, alles in allem, recht stattliche disponible Gewinne, die den Vergleich mit denen einer Privatbank standhalten.

Nun aber ist die Ertragslage nicht unbedingt der rechte Maßstab für die Beurteilung eines öffentlich-rechtlichen Institutes. Vor allem kommt es darauf an, daß es seinem Geschäftszweck möglichst gut nachkommt. Als Girozentrale obliegt es der Landesbank, den angeschlossenen Sparkassen einen ausreichenden Liquiditätsrückhalt zu geben.

Zum kurzfristigen Geschäft gehören weiterhin Wechselkredite und Debitoren. Das entsprechende Kreditvolumen hat sich normal entwickelt, es beträgt etwa 290 Mill. DM, wovon ein gutes Drittel auf Wechsel fällt.

Im langfristigen Geschäft refinanziert sich die Landesbank durch die Ausgabe eigener Schuldverschreibungen und durch die Aufnahme langfristiger Darlehen. Der Absatz von Pfandbriefen überstieg 1960 – und zwar erstmals seit 1954 – den Absatz an Kommunalschuldverschreibungen. W. R.