Neu

Flucht nach Berlin (Bundesrepublik). Filmdebüt eines begabten Außenseiters (Will Tremper), der mit amerikanischem Geld einen Film drehte, dessen Handlung die Freiheitsberaubung der Bauern in der Zone zugrunde liegt. Ein Bauer, der sich weigert, in die LPG, die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft, einzutreten, ein Funktionär mit Gewissen und eine Schweizer Journalistin, die den Weg in die Freiheit ermöglicht, stehen im Mittelpunkt. Sensationelle Reißereffekte mindern leider die Qualität dieses wichtigen Films, der in unsere Gegenwart hineinleuchtet.

Nicht gesellschaftsfähig (The Misfits. USA). Clark Gable in seiner letzten Rolle. Als Cowboy mit zwei Kumpanen und einer geschiedenen Frau (Marilyn Monroe), die sich im Fahrwasser der drei in der wilden Landschaft Nevadas herumtreibt. Erregend die Jagd auf wilde Pferde, die die Männer als Hundefutter verscherbeln wollen. Ein grandioses und mitunter schauerliches Spektakel. Regie: John Huston. Drehbuch: Arthur Miller.

Wo bleibt da die Moral, mein Herr (Le Farceur. Frankreich). Nach den sehr französischen „Liebesspielen“ des jungen Drehbuchautors und Regisseurs de Broca sein zweites kitzliges Lustspiel, getragen von einer überkandidelten Familie von Lebenskünstlern. Altes Theater, alter Film in neuer, sprühender Fassung.

Die mit der Liebe spielen (L’Avventura. Italien). Michelangelo Antonioni, der italienische Drehbuchautor und Regisseur, von dem wir schon „Der Schrei“ kennenlernten, schuf ein wucherndes Seelengemälde, das der Technik moderner Romane am nächsten kommt. In Cannes waren die Kritiker des Filmfestivals in ihrem Urteil über diesen Film uneins, in Italien wurde Antonioni genötigt, Schnitte vorzunehmen. Auch in der Bundesrepublik sehen wir nicht das ganze Werk. Es ist eine – gelungene – Kurzfassung des Verleihs (Gloria).

Fast neu

„Pepe“ (USA). Ein sehr langes, doch nicht ermüdendes Filmmärchen mit einem Komiker (dem Mexikaner Cantinflas), dem Schimmel „Don Juan“ und an die dreißig Hollywood-Stars (Frank Sinatra usw.). Der unbekümmert gegen dramaturgische Gesetze verstoßende Film ist eine entzückende Harlekinade mit mexikanischen Festen, Tanz, Musik, Stierkampf, Humor und viel Gefühl.