"Und in Laos gibt es keine Aggression?"

"Agression heißt Angriff von außen. In Laos herrscht Bürgerkrieg."

"Der Marschall Sarit von Thailand hat sich aber erst vor wenigen Tagen der Ansicht der laotischen Regierung Bonn Oum angeschlossen, daß in Mittellaos nordvietnamesische Einheiten in den Kampf eingegriffen haben."

"Wir haben acht Paktstaaten, und wir sind nicht immer einer Meinung. Ich kenne keine Beweise für die Existenz solcher vietnamesischer Einheiten. Experten, Berater also und Ärzte, gewiß. Aber geschlossene Verbände – nein. Sie kommen doch gerade aus Laos. Haben Sie Beweise für Vietminh-Einheiten gefunden?"

"Die Regierung" – so meine Antwort – "hat uns neulich ins Informationsministerium gerufen – ein baufälliges, schmutziges Gebäude, in das man durch ein Loch im Zaun schlüpfen mußte. Dort erklärte der laotische Informationsminister Bouavan Norasing den Vertretern der Weltpresse, er habe jetzt die Beweise. Im Urwald habe man die Überreste von Hunden gefunden. Da ja bekanntlich die Laoten keine Hunde äßen, diese aber in Vietnam als Delikatesse geschätzt seien, könnten nur Vietnamesen die Hunde gegessen haben. Außerdem habe man mehrere Eßstäbchen gefunden, die Laoten jedoch äßen bekanntlich mit den Händen..."

Pote Sarasin lacht, schüttelt dann ernst den Kopf. Er erinnert daran, daß Ministerpräsident Boun Oum wenige Tage später auf einer Pressekonferenz in Vientiane seelenruhig erklärte: "Das mit den Vietminh-Einheiten haben wir nur gesagt, um mehr Militärhilfe ins Land zu bekommen."

"Sind wir ein Papier-Tiger, bloß weil wir in Laos nicht eingegriffen haben? Die USA werden schließlich auch nicht für schwach gehalten, nur weil sie Kuba noch nicht besetzt haben."