Andere Länder sind großzügiger

Das Ladenschlußgesetz der Bundesrepublik sieht vor, daß die Läden an Sonn- und Feiertagen, montags bis freitags zwischen 18.30 und 7 Uhr und samstags ab 14 Uhr geschlossen zu halten sind. An jedem ersten Samstag im Monat und vor Weihnachten darf bis 18 Uhr verkauft werden; Ausnahmen bestehen für Kur- und Erholungsorte.

In Belgien kennt man keine gesetzliche Regelung der Ladenschlußzeiten. Die einzelnen Fachsparten haben jedoch über ihre Berufsverbände die Möglichkeit, einen wöchentlichen Feiertag festzusetzen, der dann allerdings für alle Geschäfte obligatorisch wird. So ist jetzt beispielsweise nach jahrelangem Streit für jede Woche ein Ruhetag im Lebensmittelhandel eingeführt worden, den der Kaufmann für einen Sonntag oder aber einen beliebigen Wochentag festlegen kann. Seine Entscheidung wird aber für 6 Monate bindend. Für Angestellte beträgt die Arbeitszeit 44 Stunden an fünf Tagen.

In Frankreich halten nicht einmal die Gewerkschaften etwas von einer rigorosen Arbeitszeitregelung. Man ist der Ansicht, jeder solle so lange verkaufen, wie es ihm und seinen Angestellten – natürlich gegen zusätzliche Bezahlung – Spaß macht. So sind beispielsweise die Lebensmittelgeschäfte in Paris im allgemeinen von 7 bis 12.30 Uhr und von 16 bis 20 Uhr, und zwar auch an Samstagen, und von 8 bis 13 Uhr an allen Sonn- und Feiertagen geöffnet. Vielerorts ist es auch möglich, die Läden am Wochenende offenzuhalten und dafür montags zu schließen. Im Hinblick auf die 40-Stunden-Woche dürfen Arbeitnehmer nur an höchstens 5 1/2 Tagen und täglich maximal 10 Stunden beschäftigt werden. Der Geschäftsinhaber und einige Spezialbetriebe des Lebensmitteleinzelhandels, z. B. Milchgeschäfte, werden von dieser Regelung jedoch nicht betroffen.

Auch in Italien kennt man keine einheitliche Ladenschlußregelung, da die Öffnungszeiten vom Präfekten der Provinz festgelegt werden. Die 48stündige Arbeitszeit wird im allgemeinen auf die Zeit von 7 bis 13 und 17 bis 20 Uhr verteilt. Sonntags sind die Laden überwiegend geschlossen; in Fremdenverkehrsorten kommen aber auch andere Regelungen vor.

In Luxemburg müssen die Läden im Winter (1. Oktober bis 31. März) um 19 Uhr geschlossen werden, während in den Sommermonaten der Ladenschluß auf 20 Uhr festgesetzt ist. Aus-, nahmen sind jedoch möglich. Wie in fast allen anderen Ländern können Süßwaren, Reiseandenken und Zigaretten auch an Sonn- und Feiertagen verkauft werden.

In den Niederlanden dürfen Geschäfte nur in der Zeit von 5 bis 18 Uhr offengehalten werden, im Markt- und Straßenhandel darüber hinaus auch eine Stunde länger. Außerdem bestehen einige Sonderregelungen, die insbesondere vorsehen, daß im November und Dezember an einigen Tagen bis 21 Uhr verkauft werden kann.

j. h.