Gegen die Zuschrift des Herrn Oberingenieurs Haluschke muß ich mich auch im Namen einiger Kollegen sehr energisch verwahren. Es ist nicht wahr, daß der von jedermann so dringlich gewünschte Bau der Lokalbahn PROSPERITASASPERA-ASTRA an der Unfähigkeit unseres Landtags gescheitert ist. Wahr ist vielmehr, daß die offenkundigen Machenschaften gewisser Kreise aus Mediocritas (ein näherer Hinweis dürfte sich hier erübrigen) seit jeher diesem Plan entgegenwirken. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Ein Blick auf die Karte macht ersichtlich, daß die kürzeste, auch eisenbahnbautechnisch günstigste (ein Meter Steigung gleich hundert Meter Umweg) Verbindung PROSPERITAS-CARITAS-ASPERA notwendigerweise das Gebiet um Mediocritas links liegen läßt, das heißt angeblich insofern in Nachteil setzt, als zweifellos die verbesserten Verkehrsbedingungen einen beträchtlichen Teil der Ausflügler und Touristen, denen bislang nur dies Gelände offenstand, davon abziehen und der auch nicht gänzlich reizlosen Heidelandschaft zwischen Astra und Veritas zuführen würde. Daß damit lediglich der ausgleichenden Gerechtigkeit der Weg geebnet wäre, wird ignoriert. Allein die Erwähnung des Projekts ruft ein Gezeter hervor, als ginge es den Herren von Mediocritas unmittelbar an den Kragen – glaubt man doch mit den morschen Ruderbooten der Seestation Labor und der bereits recht schütter gewordenen, reichlich konservenbüchsenbestreuten Idylle des Amor-Inselchens ein unbestreitbares Monopol der Erholungsindustrie in der Hand zu haben. Diejenigen ausspannungsbedürftigen Prosperitaner, welche solchen abgestandenen Attraktionen etwa. die wahrhaft romantische Gegend von Timor Domini (Moorleichenfunde, der mutmaßliche Schauplatz der Warägerschlacht) oder die sandig-trockene Birkenhelligkeit östlich von Veritas mit ihren botanisch so ungemein interessanten urzeitlichen Flechten und Moosen vorziehen, mögen zusehen, wie sie nach dem jähen Ende der Bus-Linie in Exitus dorthin gelangen – ganz zu schweigen von den wenigen, die vielleicht das Bedürfnis verspüren könnten, die hochinteressante und für das Kulturleben des Landes bedeutungsvolle Künstlerkolonie in Stercus zu besuchen.

So ist bisher auch jeder Vorschlag zu einer Kompromißlösung (wie etwa der von mir vorgebrachte einer Verbindung PROSPERITAS-CARITASMEDIOCRITAS-ASPERA-STERCUS, bei zweimaligem Brückenschlag) von Interessengruppen hintertrieben worden, denen Herr Oberingenieur Haluschke – wie sein Ablenkungsmanöver vermuten läßt – trotz seiner Zugehörigkeit zur staatlichen Eisenbahnverwaltung nicht fernzustehen scheint.