Der Labour-Abgeordnete Edelman, der schon einige Romane mit politischem Hintergrund schrieb, hat sich diesmal ein Abenteuer aus dem Kalten Krieg der Zukunft ausgedacht –

Maurice Edelman: „Wir rufen Kuprin“, aus dem Englischen übertragen von Maria Meinert; Rainer Wunderlich Verlag Hermann Leins, Tübingen; 373 S., 16,80 DM.

Unter dem Eindruck eines bemannten Sputnik stellt sich auf einer Terrasse in Cambridge heraus, daß der führende Raketenforscher der Sowjetunion, Professor Kuprin, bis 1925 in England war. Ohne Kuprin wäre es aus mit der sowjetischen Überlegenheit, die Russen müßten vom hohen Roß steigen und sich zur Verständigung über die Abrüstung bequemen. Von Kuprin hängt der Weltfrieden ab. Kuprin muß um jeden Preis nach England zurückgebracht werden. Die Jagd geht los. Kuprins Freunde aus Cambridge, ein Abgeordneter und ein Journalist, fahren, als Touristen getarnt, nach Moskau und erleben dort viele Überraschungen, jeder nach seiner Art. Die Schilderungen des Lebens unter der schweren Hand des Ministeriums für Staatssicherheit lesen sich wie eine packende Reportage. Wenn man neueren Berichten glauben darf, ist heute manches nicht mehr ganz so schlimm, aber der Roman spielt ja in der Zukunft. L. F.