Die Frankfurter Hypothekenbank steht, was das Geschäftsvolumen angeht, unter den reinen privaten Hypothekenbanken an erster Stelle. Vor ihr rangiert nur noch die gemischtwirtschaftliche Bayerische Hypotheken- und Wechselbank. Was die Dividende betrifft – diese wird von 15 für 1959 auf 16 vH erhöht –, so befindet sich die Bank auch hiermit in der ersten Reihe.

Für den Aktionär am interessantesten ist naturgemäß die Ertragslage. In einer Pressekonferenz wurde darauf hingewiesen, daß, wenn man alles zusammenrechnet, ausgewiesener Reingewinn, Stärkung der Rücklagen, aber auch die innere Reserven bildenden Abschreibungen, die Erträge des Jahres 1960 sich nicht wesentlich von denen des Vorjahres unterscheiden. Dabei ist allerdings zu bedenken, daß in Wirklichkeit die Ertragslage der Bank besser war, als dies auf den ersten Blick erscheinen mag. In der Gewinn- und Verlustrechnung befindet sich in Höhe von 3,5 Mill. DM unter den Aufwendungen ein Posten Mindererlöse aus dem Anleiheumsatz. Im Jahr zuvor bestand er nicht. Dieser Posten geht auf das Agio zurück, das im Geschäft der Realkreditinstitute sowohl bei dem Verkauf von Pfandbriefen als auch bei der Herauslage von Darlehen entsteht. Steigen die Zinsen, dann ist es für alle Beteiligten besser, niedrige Zinsen und ein großes Agio in Kauf zu nehmen.

Das war 1960 der Fall. Nun aber erfolgt die Auszahlung der Hypothekendarlehen meist nicht in dem Jahr, in dem die korrespondierenden Pfandbriefe aufgenommen wurden. Das kann leicht zu Verschiebungen in der Ertragsrechnung führen. Das Geschäftsjahr 1960 hat gewisse innere Reserven, die man den um 6,5 Mill. DM erhöhten Rücklagen- und dem Reingewinn von 2,8 Mill. DM mit entsprechenden Teilen hinzurechnen kann.

Die Aktionäre dürfen daher mit Zuversicht auf das kommende Jahr blicken, zumal es sich bisher keineswegs schlecht angelassen hat. Eine Kapitalerhöhung wird es allerdings voraussichtlich nicht bringen. Durch die 1960 vorgenommene Erhöhung des Stammkapitals um 5 Mill. DM und die gleichzeitige Zuführung des Agios zur gesetzlichen Rücklage – der Bezugskurs der Aktien war 150 vH – wurde die Umlaufgrenze für Pfandbriefe und Kommunalschuldverschreibungen um 210 Mill. DM erweitert.

Der Umlauf an Schuldverschreibungen betrug am Bilanzstichtag 1,25 Mrd. DM. Hinzukommen noch rund 100 Mill. DM an aufgenommenen langfristigen Darlehen. Die Ausleihungen betrugen dagegen 1,18 Mrd. DM. W. R.