Über dem 25. Geburtstag der deutsch-iranischen Handelskammer, die jetzt in Hamburg beheimatet ist, der Stadt mit der größten persischen Kolonie außerhalb der Grenzen Irans, lag ein Schatten: durch den gemeinsamen EWG-Zoll sind die begehrten Perser-Teppiche für die Bundesrepublik teurer geworden. Statt bisher durchschnittlich 16,5 vH müssen die Importeure seit dem 1. Januar dieses Jahres durchschnittlich 21 vH des Wertes an Zoll zahlen.

Als die Kammer vor 25 Jahren im Berliner Hotel Esplanade gegründet wurde, bestand ihre Hauptaufgabe darin, den deutschen Export nach dem Iran fördern. Heute – die Bundesrepublik ist inzwischen wieder der wichtigste Handelspartner des Irans geworden – muß die Kammer alle Anstrengungen machen, dem Import aus dem Iran neue Impulse zu geben, damit das Loch in der deutsch-iranischen Handelsbilanz nicht zu groß wird. Einer Ausfuhr von 494,2 Mill. DM im Jahr 1960 stehen nämlich nur Einfuhren von 138 Mill. DM (ohne Erdölprodukte) gegenüber. Die Ölimporte können in diese Rechnung nicht mit einbezogen werden, da sie an die Produktionsgesellschaft in London bezahlt werden.

Die Sorgenfalten auf der Stirn des geschäftsführenden Präsidialmitgliedes Dr. Ernst A. Messerschmidt sind also berechtigt, wenn man bedenkt, daß unsere EWG-Partner, allen voran Belgien, auf eine weitere Erhöhung des Teppichzolls drängen – eine Entwicklung, die weder für unseren Import noch für unseren Export und schon gar nicht für die deutschen Verbraucher begrüßenswert wäre. Zudem wäre es auch sinnvolle Entwicklungshilfe, dem Iran den Export seiner Produkte zu erleichtern, etwa durch Zollzugeständnisse für Teppiche, dem Hauptexportartikel, hm