Von Ruth Hermann

Zu einer „Fliegenden Pressekonferenz“ hatte der Deutsche Städtetag eingeladen. Journalisten sollten die Verkehrssorgen von acht Städten kennenlernen. Für die ZEIT nahm Ruth Hermann an dieser Rundreise teil. In dieser und den nächsten Nummern berichtet sie von ihren Eindrücken.

München

Der Städtetag hatte die Journalisten gerade jetzt eingeladen, weil Mitte April in Bonn die Novelle zum Bundesfernstraßengesetz beraten wird und die Städte eine stärkere Hilfe als bisher vom Bund zu erhalten wünschen. Woraus hervorgeht, was nicht schwer zu erraten war: den Verkehrssorgen der Städte ist mit Geld abzuhelfen. Mit Geld und Plänen.

Pläne haben München, Stuttgart, Frankfurt, Köln, Essen, Düsseldorf, Bremen und Hannover – wie andere Städte auch – selbst. An Geld, das in solchem Zusammenhang nur nach Millioneen Mark zählt, mangelt es überall. Aber gebraucht wird es schnell. Die Straßen unserer Städte werden solange eine Vorhölle für Fußgänger und Autofahrer sein, wie nicht Straßen gebaut werden können, die den Verkehrsverhältnissen von heute und morgen statt denen von Anno dazumal angemessen sind.

Es begann also in München, wo Oberbürgermeister Vogel die Konferenz mit Weißwurst, Bier und einem Vortrag über „Münchens Verkehrsprobleme und die Wege zu ihrer Lösung“ empfing. Die Methode, eine Weißwurst echt münchnerisch zu zerteilen, ist die alte geblieben – der Oberbürgermeister demonstrierte sie den Zugeflogenen – die Methoden des Straßenverkehrs allerdings müssen sich ändern, will man vermeiden, daß die 250 000 Wagen, die jeden Tag durch die Stadt fahren müssen, sich schließlich nur noch mit der Geschwindigkeit von Fußgängern der „guten alten Zeit“ bewegen können.

Was ist zu tun?