-us, Hamburg

Von Cocktails kann man es ja nicht anders erwarten. Neue Namen, neue Mischungen, werden erfunden. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Die Veteranen unter den Cocktails behaupten zwar auch weiterhin das Feld: „Ohio“, „White Lady“, „Manhattan“, sind nicht zu entthronen. Aber im übrigen muß man auf alles gefaßt sein. Schließlich hat schon der französische Maler Toulouse-Lautrec um die Jahrhundertwende seinen Freunden einen Cocktail serviert, den er „das Erdbeben“ nannte ...

Bei den klaren Sachen freilich, so dachte ich, ginge es konservativer zu. Aber auch hier muß man anscheinend noch dazulernen. Denn neuerdings taucht eine Firmierung auf, unter der ich mir bisher gar nichts vorstellen konnte: „Whisky à Gogo“.

Was den Whisky angeht, so gibt es die, die ihn pure trinken. Dann gibt es die Verehrer des Whisky-Soda, wobei der Zusatz von Selterswasser sehr verschieden bemessen wird, je nach Stimmung, Kassenlage, Gesundheitszustand und Weiter. Auch ein Whisky-Cocktail ist mir schon mal begegnet. Aber „Whisky à Gogo“?

Keine Angst, bei Whisky à Gogo wird dem Whisky selbst in seiner Pracht und Herrlichkeit kein Abbruch getan durch unverantwortliche Zusätze. Whisky à Gogo bezeichnet eine Art, den Whisky auszuschenken. In Lokalen, wo Whisky à Gogo eingeführt ist, kann der Gast sich eine ganze Flasche Whisky – natürlich bei entsprechendem Preisvorteil – kaufen und braucht doch nur einige Gläschen zu trinken. Geht er fort, kommt die Pulle unter Verschluß. Kommt er das nächste Mal wieder, so kann er weiter von seiner Flasche trinken. Auch noch beim übernächsten Mal – falls noch etwas übrig ist.