Bei voller Ausnutzung der Kapazitäten im Geschäftsjahr 1960 ist der Fremdumsatz des Salzdetfurth-Konzerns auf 398,05 (1959: 381,22) Mill. DM gestiegen. Die Kaliproduktion der Salzdetfurth-Werke war 670 000 (610 000) t, die Steinsalzerzeugung 480 000 (470 000) t; die Chemische Fabrik Kalk GmbH erzeugte 360 000 (315 000) t Kamp-Dünger und 170 000 (145 000) t Soda. Die Steinkohlenförderung der Zeche Mansfeld ging weiter auf 505 000 (520 000) t zurück. Die seit längerem beobachtete Bedarfsverschiebung von den niedrig- zu hochprozentigen Kalidüngern geht weiter. Der Verbrauch von Volldünger, vor allem in den konzentrierten Sorten, hat erneut zugenommen. Auch der Absatz von Soda war größer. Die Haldenbestände der Zeche Mansfeld werden voraussichtlich zum Jahresende geräumt, die Kokshalden der Menge nach halbiert sein. Der Produktionsrückgang ist auf den nicht behebbaren Mangel an Untertagearbeitern zurückzuführen.

Die Anlageinvestitionen der letzten 10 Jahre werden von der Salzdetfurth-AG (Hannover) mit 315,50 Mill. DM angegeben; dem stehen Abschreibungen von 249,5 Mill. DM gegenüber. Für den Erwerb neuer Beteiligungen wurden seit 1951 insgesamt 52,20 Mill. DM aufgewendet. Der übriggebliebene Finanzbedarf wurde aus den Kapitalerhöhungen der Jahre 1955 bis 1957 gedeckt.

Die drei wichtigsten Tochtergesellschaften haben 1960 neue Auslandsprojekte bearbeitet. Die Vereinigte Kaliwerke Salzdetfurth AG unternahm die Untersuchung von Konzessionsgebieten in Kanada und die Projektierung eines dort zu errichtenden Kaliwerks. Die endgültige Entscheidung über das Vorhaben, das gegebenenfalls gemeinsam mit ausländischen Partnern verwirklicht werden soll, dürfte im Laufe dieses Jahres fallen. Die Chemische Fabrik Kalk GmbH hat in Verhandlungen mit einer französischen Gruppe die Beteiligung an einer Mischdüngerfabrik in Brasilien vorbereitet, und die Mansfeld AG hat Verträge mit einem chilenischen Bergbauunternehmen zur gemeinsamen Untersuchung von Kupfererzlagerstätten geschlossen. Trotz umfangreicher Investitionen sind die Kapazitäten des Konzerns zum größten Teil ausgeschöpft, so daß man vor die Notwendigkeit gestellt werde, im Kalibereich und im Chemiesektor nach Erweiterungsmöglichkeiten zu suchen. Der Ausbau vorhandener Anlagen ist in gewissem Umfang möglich. Zur Durchführung des vielseitigen Neubau- und Erweiterungsprogramms will der Konzern erneut an den Kapitalmarkt herantreten. Das Grundkapital soll um 25 auf 125 Mill. DM aufgestockt werden. Die jungen, ab 1. Juli 1961 gewinnberechtigten Aktien sollen den Aktionären von den Übernehmern 4 : 1 zum Kurs von 200 vH zum Bezüge angeboten werden. Für 1960 wird eine auf 14 (12) vH erhöhte Dividende auf 99,88 Mill. DM Stammaktien und unv. 6 vH auf 0,12 Mill. DM Vorzugsaktien gezahlt. V. D.