Alle Wege nach Skandinavien (Ausnahme: Jütland und Fünen) führen übers Wasser – über Ostsee, Öresund oder Kattegatt. Obwohl die schnellste Verbindung – die im Bau befindliche Vogelfluglinie – noch fehlt, ermangelt es nicht an schnellen, zuverlässigen Fährverbindungen. Seiner Lage wegen gilt Dänemark zu Recht als das klassische Fährland, und die jütländischen Häfen Aarhus, Grenaa und Frederikshavn nennt man die Tore nach Norwegen und Schweden.

Zu den seit langem bekannten Linien Frederikshavn–Oslo und Frederikshavn–Göteborg sind in der letzten Zeit einige neue hinzugekommen: Zwischen Aarhus und Halmstad verkehrt täglich das für 13 Millionen Kronen erbaute Fährschiff "Prins Bertil". Es hat Platz für 900 Passagiere, 90 Personenwagen und eine Anzahl von Lastwagen und Omnibussen. Die Überfahrt dauert etwa sechs Stunden. Die Route Grenaa–Varberg wird täglich von dem Fährschiff "Europafaergen" befahren. Es nimmt 750 Passagiere und 100 Autos auf. Überfahrtzeit: knapp viereinhalb Stunden. Die Fahrpreise sind etwa gleich: einfache Fahrt etwa 17,50 Mark, Hin- und Rückfahrt etwa zwischen 23 und 26 Mark, Autos – je nach Länge – einfache Fahrt zwischen 18 und 45 Mark, Hin- und Rückfahrt zwischen 30 und 65 Mark. Seit April dieses Jahres ist auch Aarhus durch die 4200 BRT große Motorfähre "Holger Danske" mit Oslo verbunden. Dreimal wöchentlich verkehrt das Schiff zwischen beiden Städten. Reisedauer von 16 Uhr bis nächsten Morgen 8 Uhr. 900 Passagiere und 130 Autos finden Platz. Alle Fährschiffe verfügen über moderne Restaurants und Kabinenplätze, und auf allen Schiffen werden auf der Überfahrt zollfrei Tabakwaren und Spirituosen verkauft.

Eine bedeutsame Brücke schlug die Deutsche Bundesbahn zwischen Hamburg und Frederikshavn: "Kattegatt-Expreß" heißt die schnelle Nachtverbindung, die gemeinsam mit den Fähren die Ferienparadiese Norwegens und Schwedens vor unsere Haustür gerückt hat. Selbst Autofahrer brauchen sich nicht auf langer Fahrt zu ermüden. Abends um neun stellen sie in Hamburg-Altona ihren Wagen in die "rollende Garage", den Autotransportwagen des Kattegatt-Expresses, und steigen am nächsten Morgen ausgeruht aus dem Schlafwagen auf eine der Skandinavien-Fähren um – samt Auto. Gegen 100 Mark zahlen sie für den Autotransport im Zuge und für das Vergnügen, mit dem eigenen Auto eine große Strecke durchmessen zu haben, ohne es zu benutzen, schlafend und – ohne Unfall.

Wer die Autofahrt nach Jütland in jeder Form scheut (und bei den noch immer nicht hervorragenden Straßenverhältnissen zwischen Hamburg und Flensburg verwundert es niemanden), kann dennoch gut und schnell nach Skandinavien kommen. Zu den schon bestehenden Verbindungen zwischen den deutschen Ostseehäfen und Dänemark und Schweden sind neue hinzugekommen. Die wohl bekannteste Linie wird mehrmals täglich von Schiffen der deutschen Bundesbahn und den dänischen Staatsbahnen befahren: Großenbrode–Gedser. Mehrere regelmäßige Fährverbindungen beginnen und enden aber auch in Kiel und Travemünde.

Zweimal wöchentlich fahren die "Silja" und die "Wellamo" (1500 und 2000 BRT) zwischen Travemünde und der finnischen Hauptstadt Helsinki. Eine Überfahrt dauert etwa fünfzig Stunden. Seit acht Jahren verkehrt das Motorschiff "Nordland" dreimal wöchentlich zwischen Travemünde und Hälsingborg; angelegt wird auch in Kopenhagen. 500 Passagiere und eine Anzahl von Kraftwagen haben Platz, 170 Kabinenplätze stehen zur Verfügung. Diese Nachtverbindung ist bequem und zeitsparend. Neuerdings kann man von Travemünde aus mit der "Hammershus" (200 Kabinenbetten, außerdem etwa 400 Touristenplätze, etwa 20 Pkw-Plätze) nach Bornholm und nach Ystad in Südschweden gelangen. Das Schiff fährt zweimal wöchentlich.

Seit Anfang Mai sind Kiel und Oslo durch einen modernen 7500-Tonner, "Kronprins Harald", miteinander verbunden. Mit einer Geschwindigkeit von 21 Knoten gilt dieses luxuriös ausgestattete Linienschiff als das schnellste Skandinaviens. In nur neunzehn Stunden fährt es von Kiel nach Oslo. Etwa 520 Passagiere und 120 Automobile nimmt es auf. Mittags läuft "Kronprins Harald" aus dem Kieler Hafen aus, am nächsten Morgen legt es in Oslo an. Übrigens ist damit die erste direkte Linienverbindung zwischen der Bundesrepublik und Norwegen nach dem Krieg aufgenommen worden.

Ein wichtiger Tip für alle Skandinavienreisenden, gleichgültig welche Fähre sie in Anspruch nehmen wollen: Bestellen Sie so früh wie möglich Ihre Billetts, vor allem denken Sie an die Platzreservierung für das Auto. Sie ersparen sich damit unliebsame Überraschungen und unangenehme Wartezeiten. krk