Das Touristen-Busineß war nie besser als jetzt", heißt es in einem Brief, den ich aus dem Bermuda-Nachrichtenbüro in London erhielt. "Kaum ist ein Rekord aufgestellt, so naht schon ein neuer." Englische und amerikanische Besucher, die es sich leisten können, bevorzugen seit langem diese britischen Inseln, die näher zu New York (1000 km) als zu London (5000 km) liegen, als Urlaubsgebiet.

Es gibt allein auf der Hauptinsel unendlich viele Buchten, rosafarbene Sandstrände und Korallenriffe, es gibt luxuriöse Hotels, aber auch Bungalows, Ferienhäuser und Pensionen.

Die Hauptstadt Hamilton, die 3000 Einwohner hat, ist einen Besuch wert. Auf den Inseln leben eine Reihe glücklicher Engländer, denn zur Zeit gibt es auf den Bermudas keine Einkommen- und keine Erbschaftssteuer. Aber leider erfordern "die Gesetze auf den Bermudas, daß Gäste bei ihrer Ankunft sichere Beweise vorlegen, daß sie die Absicht haben, nach Ablauf des Urlaubs wieder abzufahren". Dafür gibt es Flugzeuge in großer Zahl, jedoch nicht nur die Maschinen der großen Luftfahrtgesellschaften. Es dröhnen auch jene der amerikanischen Air-Force-Basis durch die blaue Luft.

Das Klima der langgestreckten, etwa 50 Kilometer langen Gruppe von 150 Inseln ist nicht tropisch, doch fast das ganze Jahr über sehr einladend und gleichmäßig. Neuerdings verschicken die Bermuda-Fremdenverkehrsexperten auch bunte Prospekte in deutscher Sprache: "Einladung nach Bermuda Nach dem spanischen Entdecker Bermudez, der sich im 16. Jahrhundert hierher verirrte, nach dem englischen Schiffbrüchigen Henry May, der 1593 hier strandete, nach den vielen Engländern und Amerikanern, die danach kamen, sind jetzt auch deutsche Ferienreisende dabei, das atlantische Paradies zu entdecken. Die Bermuda-Verkehrsexperten sagen ganz offen, wann die Deutschen ihnen am willkommensten wären: in den Monaten Oktober bis März (Tagestemperaturen um 19 Grad). Denn von April bis einschließich September haben sie alle Hände voll zu tun, um die herbeiströmenden Engländer und Amerikaner zu befriedigen.

Die "Einladung nach Bermuda" enthält eine sehr übersichtliche Karte über das Gewirr der Inseln mit Angaben "Wo Sie wohnen können" und "Was Sie sehen und tun sollen". Sehr exklusive Vergnügungen sind hier alltäglich: Segeln, Hochseefischen, Unterwasserjagden, Golf. Zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit Pferdedroschken und Autotaxen mit heiteren, bunt befransten Sonnenschirmen legt man die Wege auf den Inseln zurück. Von Europa gelangt man mit dem Flugzeug innerhalb 24 Stunden nach den Bermudas. Flugpreis ab London und zurück: 1800 Mark; 15tägige Pauschalreise: 1985 Mark. Die Zahl der Kreuzfahrer mit Feriengästen, die hier anlegen, nimmt jährlich zu.

M.