Die Preußische Elektrizitäts-AG (Preußenelektra), Hannover, und ihre beiden stromerzeugenden Tochtergesellschaften (nämlich: Nordwestdeutsche Kraftwerk AG, Hamburg und Kraftwerk Kassel GmbH, Kassel) haben im Geschäftsjahr 1960 von der guten Konjunktur in fast allen westdeutschen Wirtschaftszweigen sowie dem Trend zur verstärkten Anwendung von elektrischer Energie infolge des Arbeitskräftemangels profitiert. Die Absatzsteigerung lag mit 12,6 vH beträchtlich über der des Vorjahres (9,5 vH). Der gesamte Strombedarf (einschließlich Eigenbedarf) wurde zu rund 83 vH aus der Erzeugung in den eigenen Kraftwerken gedeckt; sie erreichte 6,85 Milliarden kWh und war damit um gut 12 vH höher als 1959. Um den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden, wurde der Strombezug aus fremdem Kraftwerken um 13 vH auf 1,36 Milliarden kWh erhöht.

Von dem eingeleiteten umfangreichen Investitionsprogramm sind wichtige Teilabschnitte 1960 fertiggestellt worden. Interessant ist, daß die Preußenelektra bereits jetzt mit der Bundesbahn Stromlieferungsverträge für die geplante Elektrifizierung der Nord-Süd-Strecke abgeschlossen hat. Bedeutsam ist ferner, daß die Preußenelektra die Braunkohlengewinnung in ihren Gruben in Wölfersheim in den kommenden Jahren beschleunigt vom Tiefbau auf den Tagebaubetrieb umstellen will; insgesamt ging die Braunkohlenförderung in den eigenen Gruben um 4,5 vH auf 1,81 Mill. Tonnen zurück (dabei ist zu berücksichtigen, daß die Erzeugung 1959 stark forciert worden war). Bei der hessischen Braunkohlentochtergesellschaft stieg die Förderung dagegen um über 25 vH auf fast 0,5 Mill. Tonnen.

Die konsolidierte Bilanz, deren Endsumme auf 2,53 (Vorjahr 2,30) Milliarden DM angewachsen ist, steht im Zeichen der umfangreichen Investitionsprogramme. So ist das Anlagevermögen um 247 auf jetzt 2220 Mill. DM gestiegen. Die Außenumsatzerlöse werden in der konsolidierten Erfolgsrechnung nach Eliminierung des Innenumsatzes um 11,3 vH höher als im Vorjahr mit 848 Mill. DM ausgewiesen; über 80 vH entfallen auf Erlöse aus dem Stromabsatz. Bei der Preußenelektra allein ist der Umsatzerlös mit rund 318 Mill. DM nur um etwa 7 vH gestiegen. Aus dem Reingewinn von 21,09 (18,82) Mill. DM kommen 13 vH Dividende (11 vH Dividende plus 2 vH Bonus) zur Verteilung. (Hauptaktionär ist die im Bundesbesitz befindliche VEBA). Die Möglichkeit einer Ausgabe von Zusatzaktien (die Bilanz weist bei 156,60 Mill. DM AK 158,23 Mill. DM Rücklagen aus) wird nach Auskunft der Verwaltung geprüft; Beschlüsse seien aber noch nicht gefaßt worden. Noch in diesem Jahr will die Preußenelektra mit einer Anleihe von 75 Mill. DM an den Markt treten; auch hier ist ein Termin für die Auflegung sowie über die Ausstattung noch nicht gefallen. Auf alle Fälle würden die Investitionen in diesem Jahr genauso hoch sein wie 1960.

W. S.