DIE ZEIT

wer....was....wo....warum...

Franzosen wie Moslems bereiten ihre Ausgangsstellung für neue Verhandlungen vor. In Geheimkontakten auf Schloß Lugrin bei Evian haben sie sich über die Fortsetzung der abgebrochenen Gespräche geeinigt, nur das Datum ist noch umstritten.

Das gefährliche Jahr 1961

Neulich sagte jemand: „Warum die Amerikaner sich eigentlich so über Chruschtschows Drohung mit dem Separatfrieden aufregen? Schließlich hat doch der gleiche Chruschtschow im November 1958 schon einmal mit großem Getöse dem Westen ein auf sechs Monate befristetes Berlin-Ultimatum gestellt, und dann passierte gar nichts, weil Washington, die NATO, die Bundesregierung und auch die Berliner sich nicht einschüchtern ließen.

Ohrfeige aus Karlsruhe

Zehn kleine Negerlein ...“ – so fängt eine traurige Geschichte an. Nicht minder bejammernswert ist die Geschichte von den sechs Bundesländern, die alle ein so praktisches Kommunalwahlgesetz hatten und die es alle ändern mußten, eines nach dem anderen.

Rüstung durch Entrüstung getarnt

Es gehört zum Propaganda-Repertoire in Ostberlin, sich über die „Agentenzentralen“ in Westberlin zu entrüsten. Daß im Ostsektor der Stadt nicht nur ein üppiges Agenten- und Propagandanetz, sondern vertragswidrig auch ein beachtlicher Militärapparat aufgebaut worden ist, verschweigt man geflissentlich.

Posaunenton soll deutlich sein

Am 2S. Juli 1945, einem Sonnabend, saßen drei amerikanische Generäle auf den Zuschauerbänken eines Berchtesgadener Sportplatzes, wo die Leichtathleten des II.

Zeitspiegel

„Kennedys Regierung hat sich in einen gigantischen Weihnachtsmann verwandelt. Wir sind das Volk, das um den Christbaum herumtanzt und auf die Geschenke wartet.

Sie leben unter Stalins Schatten

Der Intourist-Chauffeur, der darauf gedrillt war, Ausländer mit Propaganda-Argumenten zu beeindrucken, zeigte mir die riesigen neuen Wohnsiedlungen in Moskau.

Erdgas an der Grenze

Der deutsch-holländische Ausgleichsvertrag ist im holländischen Parlament steckengeblieben. Botschafter Lahr und der Generalsekretär des holländischen Außenministeriums, van Houten, wollen gemeinsam die neuentstandenen Differenzen klären.

Tschombes Querschuß

Fünftausend Soldaten in neuen Uniformen paradierten am letzten Freitag vor Kasawubu, dem Präsidenten der kongolesischen Zentralregierung.

US-Geburtstag 1961

Dieser Sommer internationaler Krisen ist für die Amerikaner auch ein Sommer großer historischer Erinnerungen. Am Dienstag dieser Woche, dem 4.

Bayern: Die Eltern gingen auf die Barrikaden

Wenn jene Drohung wahrgemacht wird, mitder am Mittwoch vergangener Woche einige Dutzend Väter und Mütter in Tutzing am Starnberger See operierten, dann dürfte die Institution des Elternbeirats bald problematisch werden.

Kontakte

Resigniert sagte der Major: „Was weiß man denn im Hamburger Rathaus davon, was wir hier draußen in Rahlstedt machen?“ In einer kleinen Garnisonstadt sei die Truppe in das Leben der Gemeinde einbezogen.

Hamburg: Kryn de Blom mit dem traurigen Gesicht

In einem der kleinen Zimmer des Amtsgerichts findet die Verhandlung statt. Der Einzelrichter wartet, der Amtsanwalt wartet, Verteidiger, Dolmetscher, der Sachverständige, ein Psychiater – alle warten.

Hamburg: Unter dem Silberadler

Ein silberner Adler auf schwarzem Grund – „Symbol einer Zeit, da Deutschland groß, aber auch sauber war“ – das ist die Fahne der Deutschen Reichspartei.

JEAN-PAUL SARTRE

Ein Gespräch über modernes Theater im allgemeinen und Sartres Stück Die Eingeschlossenen“ im besonderen – Kann Kunst „rechts“ und gut sein?

Kenneth Tynan

In einem unserer ,,Lieblingsbücher“ William S. Schlamms „Die Grenzen des Wunders“, steht über Kenneth Tynan: „... im Augenblick das Liebkind des intellektuellen London und des verschmockten New York .

Die generösen Stifter und ihr Museum

Während man in vielen Städten den Eindruck hat, es seien aus den Trümmern zwar die alten Straßenfluchten wieder auferstanden, nicht aber der alte Stadtgeist, begegnet man in Köln, wo sich doch fast alles verändert hat, auf Schritt und Tritt vertrauten Lebensäußerungen.

Zeitfragen: Warum nicht pfeifen?

Bei einer Theatertagung sprach August Everding, der begabte Regisseur der Münchner Kammerspiele, gelassen das große Wort: es sei keine Zeit mehr für Theaterskandale; er könne sich einen Theaterskandal höchstens noch in München vorstellen, wenn auf der Bühne ein Hund gequält würde .

Frieden ohne Vertrag

Sang- und klanglos, durch einseitige Regierungsakte, hat eine Reihe von Staaten verkündet, daß der Kriegszustand mit Deutschland aufgehoben sei.

Kleiner Kunstkalender

Das Wallraf-Richartz-Museum, das mit Dresden, Berlin, der Münchner Alten Pinakothek und dem Frankfurter Staedel zu den fünf großen deutschen Galerien gehört, feierte (vgl.

Luther in Nottingham

Es sei sofort gesagt: dem Publikum gefiel es. Während der Vorstellung, der ich beiwohnte, schien das Publikum den Vorgängen auf der Bühne mit stiller Aufmerksamkeit zu folgen – fast drei Stunden lang.

Zeitmosaik

Am vergangenen Sonntag verstarb der französische Schriftsteller Louis-Ferdinand, Céline in seinem Wohnort Meudon bei Paris. Zwei Bücher haben ihn ins Gespräch gebracht: „Reise ans Ende der Nacht“, ein Roman aus seinem Leben alsPariser Armenarzt, 1932 erschienen, und „Voneinem Schloß zum andern“ – eine späte Selbstrechtfertigung.

Geheimsender

Es klang alles durchaus überzeugend. Nachdem man jahrelang von einem II. Fernsehprogramm geredet hatte, konnte es ja tatsächlich endlich zustande gekommen sein.

Mathias Grunewald (ca. 1475–1528):: St. Erasmus und St. Mauritius

Ich weiß, es ist banal, „den Herkules zu loben“. Ich bitte um Verzeihung. Aber ich stehe seit Jahren so sehr im Banne dieses Bildes, um das für mich die ganze Münchener Pinakothek mit ihren Schätzen herumgebaut ist, daß ich, nun einmal aufgefordert, von ihm reden muß.

Der Tod am Morgen

Ernest Hemingway ist tot. Kein Schriftsteller dieses Jahrhunderts ist der Welt mit Leben und Werk so gegenwärtig gewesen wie er.

Europäische Luft in die germanistische Provinz

Wort und Begriff der Rhetorik (und ihrer Schwester, der Poetik) provozieren im Deutschen eine Art von Pawlowschem Reflex: wer Rhetorik sagt, dem antwortet man zumeist mit trocken, dürr, kalt und unfruchtbar – als ob wir immer noch bei den Stürmern und Drängen! hielten und sie unsere literarwissenschaftlichen Gesetze diktierten (sie tun’s).

Unser Seller-Teller Juni 1961

Reisebücher, Reiseführer, Karten hätten an den Anfang der Liste gehört – und das ist ja, nach Kalender und Thermometer – ganz in Ordnung.

Zu empfehlen

FÜR denjenigen, dem Italien außer der Kiste Dias vom letzten Sommer auch noch dies ist: Ausgangspunkt und Inbegriff der Renaissance – Baldesar Castiglione: „Das Buch vom Hofmann“; Sammlung Dieterich, Carl Schünemann Verlag, Bremen; 470 S.

Auf der schiefen Ebene schwindender Volksmoral

Wenn wir ehrlich und selbstkritisch sein wollen, so weiß es jeder von uns – und gelegentlich sagt es uns auch unser Wirtschaftsminister oder ein wachsamer Kirchenfürst –, daß die zunehmende Neigung zum Wohlleben, zu immer gesteigertem Komfort, zum Wohlfahrtsdenken sich bedrohlich zur schiefen Ebene schwindender Volksmoral auswächst.

Ohnmacht zu persönlicher Tat

Als ich mich, mit zwanzig oder vierundzwanzig Jahren, um eine besondere Leistung mühte, war mir alle Anstrengung eine Lust, das Training ein von jeder Ethik, jedem Nutzen weit entferntes Vergnügen.

Zeiten – Punkte – Resultate

92. Deutsches Derby in Hamburg-Horn. Sieger Baalim unter Gerhard Streit mit 5 Längen vor Don Carlos, beste Zeit (2:29,4 Minuten), die bisher auf der 2400 m langen Distanz erzielt wurde.

„Die Erde kann 20 Milliarden ernähren“

Auf den regelmäßigen Tagungen der Nobelpreisträger in Lindau ist er schon fast eine legendäre Gestalt. Seine Kollegen zählen ihn zur „Alten Garde“, diesen stämmigen Finnen mit der sonoren Stimme, dessen Deutsch so erfrischend daherpoltert: Professor Artturi Ilmari Virtanen, der 1945 den Nobelpreis „für seine Entdeckungen auf dem Gebiet der Agrikultur und Ernährungschemie“ erhielt.

Intelligente Sklaven

Eigentlich hat mich Whirlwind enttäuscht. Whirlwind, die elektronische Rechenmaschine in Cambridge (Massachusetts), Dabei ist dieser Apparat sehr vielseitig; ganze Industriezweige verdanken ihm ihre Existenz; manchem Forscher hat Whirlwind weitergeholfen; die Maschine hat sogar die strategischen Pläne der USA beeinflußt.

Richtung Zukunft

Wir standen am Rand der blaugrünen Ipsosbucht auf Korfu – in Badehosen. Im Vordergrunddrehten Wasserskiläufer ihre gischtspritzenden Kurven, im Hintergrund übten leichtbekleidete junge Männer und Mädchen einen polynesischen Tanz vor den grasbedeckten Hütten des „Club-Mediterrannée“.

Fernsehen: Bilderfälscher auf dem Bildschirm

Es hat sich herumgesprochen, daß Fernsehen und junge deutsche Literatur nicht viel voneinander wissen: Gerade die ansehnlichsten unter unseren Poeten haben die Kunst des Flimmerbildes bisher achselzuckend gemieden.

Film

„In Freiheit dressiert“ (Frankreich): Eifersucht macht noch keine Liebe. Welch ein reizvoller Vorwurf für eine Posse. Regisseur Roger Vadim jedoch versteht es, weder das Thema kritisch zu variieren noch seine Erfindung Brigitte Bardot überzeugend agieren zu lassen.

Funk

In der Reihe „Große Interpreten“ sendete der Bayerische Rundfunk Gerhart Hauptmanns Drama „Michael Kramer“, für den Funk bearbeitet von Heinz-Günter Stamm, mit Paul Bildt in der Titelrolle, Martin Benrath als Arnold, Inge Langen als Michaline.

Kein Glamour-Festival der Stars

Das Wunder ist nicht geschehen. Die Hoffnung, daß auch der zweite Spielfilm Bernhard Wiekis, „Das Wunder des Malachias“, ein Meisterwurf sein würde, hat sich nicht erfüllt.

Theater

Mit einer Neuinszenierung dieser komischen Oper schloß die Rheinoper ihr Saisonprogramm ab. Unter der musikalischen Leitung von Alberto Erede, dessen gedehnte Zeitmaße auffielen, und in der Ausstattung von Ekkehard Grübler inszenierte als Gast Hans Hartleb.

Der geprellte Bausparer

Tpräumen auch Sie vom grünumrankten Eigenheim?Haben Sie gar schon den Zuteilungsbescheid Ihrer Bausparkasse in Händen? Dann gehen Sie schweren Zeiten entgegen; es sei denn, Sie wären bereits glücklicher Besitzer eines Baugrundstücks – dann brauchen Sie hier nicht weiterzulesen.

Die Kleinen hatten nichts zu bestellen

Professor Dr.-Ing. E. h. Heinrich Nordhoff, Vorsitzer der Volkswagenwerk Aktiengesellschaft, machte kaum ein Hehl daraus, daß er an einer Versammlung teilnehmen mußte, die er nicht gewünscht hatte: der ersten Hauptversammlung des VW-Werkes, der größten europäischen Automobilfabrik, des größten Industriebetriebes der Bundesrepublik.

+ Weitere Artikel anzeigen