Die Deutsche Erdöl-AG (Hamburg) und ihre Konzerngesellschaften erzielten im Geschäftsjahr 1960 einen Außenumsatz von 1,24 Mrd. DM. Die Erhöhung um rund 620 Mill. DM gegenüber dem Vorjahr ist auf Umsatzsteigerungen im alten DEA-Bereich, hauptsächlich aber auf die Angliederung der Rheinpreußen AG für Bergbau und Chemie zurückzuführen. Nunmehr beträgt der Anteil von Kohle, Koks und Kohlenwertstoffen am Gesamtumsatz 34,6 vH. Nach wie vor ist der Mineralölbereich mit 45,8 vH des Umsatzes die wichtigste Ertragsquelle. Auf den Chemie-Umsatz entfallen 5,7 vH; der Rest von 13,9 vH verteilt sich auf Strom, Brennstoffe und Dienstleistungen.

Wie bereits berichtet, schlug die Verwaltung vor, für 1960 eine Dividende von 12 vH auf 282 Millionen DM Grundkapital zu verteilen (im Vorjahr 11 vH auf 200 Mill. DM). Die von dem Unternehmen zu zahlende Körperschaftsteuer stieg im Berichtsjahr auf 19,4 (13,0) Mill. DM.

An der inländischen Rohölförderung war die DEA 1960 mit 20 vH beteiligt; das entspricht einem Zuwachs von 6,1 vH ihrer Fördermenge. Mit 1,55 Millionen t Rohöl-Durchsatz wurde die Vorjahrsleistung um über 16 vH übertroffen; Importrohöl war daran mit 31 (28) vH beteiligt.

Die Zechen Graf Bismarck und Rheinpreußen konnten bei einer leicht auf 7,25 (7,19) Mill. t erhöhten Förderung nicht nur ihre Erzeugung voll absetzen, sondern auch die Haldenbestände um rund 400 000 auf 350 000 t vermindern. Die Zentralisierungsmaßnahmen bei Rheinpreußen wurden beschleunigt und sollen Mitte 1962 abgeschlossen sein. Die betrieblichen Belastungen, die sich daraus ergaben, wirkten sich dahin aus, daß die Gesellschaft ihre Dividende für 1960 auf 5 (8,8) vH herabsetzen muß. Der Verkauf des Ruhrchemie-Paketes – durch die Angliederung von Rheinpreußen hatte die DEA eine mittelbare 25prozentige Beteiligung erworben – ermöglicht jedoch, zusätzlich 3 vH Bonus zu verteilen. – Die günstige Entwicklung der chemischen Betriebe von Rheinpreußen hat angehalten. Die Zusammenarbeit mit der Rütgerswerke AG führte zur Gründung der Polycarbona Chemie GmbH, an deren 5 Mill. DM Stammkapital Rheinpreußen und Rütgers je zur Hälfte beteiligt sind.

Die von der DEA und der Reichhold Chemie AG gemeinsam gegründete Oleonaphta Chemische Fabrik GmbH (Brunsbüttelkoog) wird in der ersten Ausbaustufe in wenigen Monaten mit der Erzeugung beginnen. Im laufenden Jahr trat zu den Beteiligungen die Condea Petrochemie-Gesellschaft mbH (Stammkapital 4 Mill. DM), die die DEA zu gleichen Teilen mit der Continental Oil Co (Houston/USA) gründete. Sie errichtet mit Investitionen von zunächst 60 bis 70 Mill. DM bei Brunsbüttelkoog eine petrochemische Fabrik.

Für 1961 rechnet die Verwaltung wieder mit einem befriedigenden Ergebnis. Durch die Ausweitung des Geschäfts und die Hinwendung zur petrochemischen Produktion hofft man einen Ausgleich für die Belastungen durch die DM-Aufwertung und die beiden Benzinpreissenkungenn zu finden und auch den Mehraufwendungen zu begegnen, die sich auf der Lohnseite ankündigen.

Die Investitionen werden sich in diesem und im nächsten Jahr jeweils in einer Größenordnung von wenigstens 100 Mill. DM bewegen, davon etwa 30 vH im petrochemischen Bereich. Eine Kapitalerhöhung ist einstweilen angesichts der guten Liquidität noch nicht notwendig; sie wird voraussichtlich 1962 erfolgen. – In der Bilanz stehen – alles in Mill. DM – nach 42,56 (63,05) Zugängen und 54,34 (55,25) Abschreibungen die Sachanlagen mit 274,9 (287,9) zu Buch. Vom Buchwert der Sachanlagen entfallen 53 vH auf die Mineralölseite und 47 vH auf die Zeche Graf Bismarck. An den leicht auf 215 erhöhten Beteiligungen sind Rheinpreußen/Neumühl mit 163,5 und sonstige Bergbauinteressen mit 2,3 beteiligt. Auf Mineralölinteressen entfallen 21,8, auf den Brennstoffhandel 19,7 und auf Dienstleistungsbetriebe und sonstige Firmen 7,8. In der konsolidierten Bilanz erscheinen Sachanlagen (nach 80,6 Zugang und 97,8 Abschreibungen) mit 534,5 (560) Millionen DM. wd.