Luthrisch, Päpstisch und Calvinisch, diese Glauben alle drei sind vorhanden; doch ist Zweifel, wo das Christentum dann sei. – Friedrich von Logau

Louis-Ferdinand Céline †

Am vergangenen Sonntag verstarb der französische Schriftsteller Louis-Ferdinand, Céline in seinem Wohnort Meudon bei Paris. Zwei Bücher haben ihn ins Gespräch gebracht: "Reise ans Ende der Nacht", ein Roman aus seinem Leben alsPariser Armenarzt, 1932 erschienen, und "Voneinem Schloß zum andern" – eine späte Selbstrechtfertigung. Denn zwischen beiden Büchernliegt eine schwer begreifliche Konversion zum fanatischen Faschisten und Antisemiten, die ihn als Arzt in die Regierung des Marschalls Pétain führte und ihm nach Kriegsende das Todesurteil als Kollaborateur eintrug. 1951 wurde er begnadigt und durfte aus seinem dänischen Exil nach Frankreich zurückkehren.

Jesus – ein Rebell?

Eine einigermaßen ungewöhnliche Behandlung widerfuhr Jean Steinmann, Kaplan an Notre Dame in Paris. Sein Buch "Das Leben Jesu" wurde auf den Index gesetzt, wiewohl ihm zuvor das kirchliche Imprimatur erteilt worden war. Eine vermutlich vom Heiligen Officium lancierte Kritik in der halbamtlichen Vatikanzeitung Osservatore Romano bemängelt, daß Steinmann seinen Jesus ausschließlich historisch beleuchtet, mit rebellischen Charakterzügen versehen und die Schuld des Pontius Pilatus bezweifelt habe. Der heftigste Vorwurf: "Jean Steinmann zeichnet Jesus einzig nach menschlichen Gesichtspunkten". Dazu der Autor: "Ich verstehe das nicht, ich verstehe das nicht..."

Bonjour, nuages

Obwohl einige erste Rezensenten meinen, auch in ihrem fünften Roman bringe Françoise Sagan formal oder thematisch nichts Neues, erfreut sich die Bestsellerin weiterhin größter Beliebtheit. Vierzehn Tage nach Erscheinen ihres letzten Buches "Les merveilleux nuages" (der Titel stammt diesmal von Baudelaire), waren bereits über 80 000 Exemplare verkauft. Resigniert konstatierte ein Kritiker, das Publikum verlange offenbar nur immer einen neuen Sagan statt einer neuen.