Je länger der Mangel an Arbeitskräften anhält, desto mehr zeigt sich, daß Betriebe, die auf besondere handwerkliche Fähigkeiten ihrer Belegschaftsangehörigen angewiesen sind, dabei aber mit dem Lohnniveau großer automatisierter Werke nicht konkurrieren können, von der Enge des Arbeitsmarktes besonders hart betroffen werden – besonders dann, wenn sie in Industriezentren liegen. So verlor die Salamander AG (Kornwestheim) in den letzten drei Jahren in ihren Stammbetrieben ein Viertel des Arbeitskräftepotentials; durch die Einstellung rund 400 ausländischer Arbeiter war der Verlust von fast 3000 Beschäftigten eben nicht auszugleichen. Die Gesellschaft wird deshalb noch in diesem Jahr zwei neue Zweigwerke in der Pfalz und in Baden in Betrieb nehmen, nachdem bereits Ende 1959 zwei Außenwerke in Bayern und der Pfalz errichtet worden waren. Nach ihrem Ausbau (1960) haben diese wesentlich zu der Produktionssteigerung der Salamander-Gruppe – um 7,2 vH auf 10,4 Mill. Paar Schuhe – beigetragen. Dagegen ging in den Kornwestheimer Betrieben die Schuhproduktion weiter um 3 vH zurück. Auch bei der 1959 erworbenen Tochtergesellschaft Rovo AG, Speyer die 800 000 Paar Schuhe im Jahr 1960 herstellte, macht sich die Nähe des Ludwigshafener Industriegebiets hemmend bemerkbar, weshalb auch diese Gesellschaft ein abseits liegendes Außenwerk baut. Trotz dieser weiteren Dezentralisierung (die Produktion ist auf zehn Werke und drei Teilbetriebe verteilt) will aber die Verwaltung, wie sie in ihrem Geschäftsbericht versichert, den Mittelpunkt der Salamander-Produktion in Kornwestheim erhalten.

Die Aufsplitterung belastet das Unternehmen auch finanziell erheblich. Die Investitionen stiegen von 7,4 auf 12,4 Mill. DM. Dazu kamen 12,2 Mill. DM Beteiligungszugänge durch Kapitalerhöhungen oder Kapitaleinzahlungen für die in- und ausländischen Tochtergesellschaften. Der gesamte Fremdumsatz der Gruppe stieg um 9,3 vH auf 455,8 Mill. DM, und der Umsatz der Salamander AG allein um 11,2 vH auf 321,7 Mill. DM mit einem von 2,3 auf 2,9 vH verbesserten Exportanteil.

Auch für dieses Jahr sieht sich die Verwaltung für den weiteren Ausbau der Verkaufsorganisation und zur Rationalisierung wieder zu erheblichen Investitionen gezwungen. Nachdem die Gesellschaft zu Beginn 1960 eine teurere Preisklasse von 49,50 DM eingeführt hatte, hat sie im Dezember 1960 zugunsten der Handelsspanne der Alleinverkäufer die Fabrikpreise in allen Gruppen um durchschnittlich 2 vH gesenkt. Das gute Ergebnis des vergangenen Jahres gestattete eine Dotierung der Rücklagen mit 3,6 Mill. DM und eine Erhöhung der Dividende um 2 auf 12 vH. Die Eigenmittel machen nunmehr 82 Mill. DM aus, neben denen auf 57,5 Mill. DM gestiegene Verbindlichkeiten bestehen. C. D.