Mit dem Tode Arnold Schönbergs, der in der Nacht zum 14. Juli 76jährig in Los Angeles die Augen schloß, ist nun auch seine Schöpfung in die „Historie“ eingegangen und den Erben anheimgegeben, wie vor zwei Jahren das Werk Hans Pfitzners und Richard Strauß‘. Wie diese drei großen Erbschaften deutscher Musik verwaltet, wie sie weiterwirken werden, wie die Zukunft sie nutzen wird, ist nicht vorauszusagen. Feststeht, daß Schönberg ... der radikalste musikalische Revolutionär unserer Zeit war. So wenig erwiesen auch die Fruchtbarkeit der Verallgemeinerung seines „Systems“ sein mag, so unantastbar bleibt sein subjektiver Ernst, seine persönliche Leistung und das hohe geistige Ethos seiner Erscheinung.

Walter Abendroth