Wird man den Weltmarkt durch Dirigismus zerstören?

Von Otto Wolff

Der internationale Kakaomarkt wurde bisher von privatwirtschaftlichen Grundsätzen bestimmt; daran ändert auch die Tatsache nichts, daß die Verkäufe von Ghana und Nigeria durch ein Monopol – die Marketing Boards – erfolgten, da diese sich in ihrer Verkaufs- und Preispolitik nach den Weltmarktverhältnissen richteten. Lediglich Brasilien, das den Kakaoexport über die CACEX in staatlicher Verwaltung vornahm, versuchte, einen Mindestpreis durchzusetzen. Dieser Versuch führte schließlich dazu, daß Brasilien alle aus diesen dirigistischen Maßnahmen resultierenden Nachteile auf sich nehmen mußte und selbst unter seinem Mindestpreis verkaufte.

Der loko-Preis in London für Ghana-Kakao hat von 1950 bis 1960 zwischen 178/9 sh per cwt und 526/6 sh geschwankt; die Weltjahresernten in Rohkakao im gleichen Zeitraum bewegen sich zwischen 771 000 longtons und 1 033 000 longtons, der Jahresverbrauch zwischen 796 000 t und 914 000 t. Es ist also festzustellen, daß trotz starker Schwankungen im Preis und in den Ernten ein ständig zunehmender Verbrauch erfolgt ist. Dieser für alle Beteiligten am Rohkakaomarkt erfreuliche Erfolg ist zweifellos darauf zurückzuführen, daß alle im Verkauf, Kauf, Transport, Lieferung und Verarbeitung des Rohkakaos tätigen Firmen und Organisationen sich nach den Grundsätzen der freien Marktwirtschaft richteten und alle vorhandenen Markteinrichtungen einschließlich der Terminbörsen sinnvoll nutzen. Auf einen kurzen Nenner gebracht:

Der Weltmarkt Kakao richtete sich bislang nach Angebot und Nachfrage, die sich als Regulativ des Preises bedienten. Dieser Zustand soll nun geändert werden.

Auf der Sitzung der FAO Cocoa Study Group im April 1961 in Accra wurde beschlossen, ein Komitee mit der Ausarbeitung einer Vorlage über ein "International Cocoa Agreement" für die Regierungen der an der Study Group beteiligten Mitglied-Staaten auszuarbeiten.

Die neue Idee