Was ist mit der Deutschen Überseeischen Bank?

In Ihrem Wirtschaftsteil beantworten Sie häufig Anfragen aus Ihrem Leserkreis. Vielleicht können Sie über folgende Frage Ihre Ansicht auch mitteilen: Die Deutsche Überseeische Bank hat ihr Grundkapital 4:1 zusammengelegt. In den Tageszeitungen wurde in einer kurzen Nachricht mitgeteilt, daß sie in Chile ihr gesamtes Vermögen lt. Entscheid des obersten Gerichtshofes zurückerhält. Soviel mir bekannt ist, hat sie ihr Vermögen in Argentinien ebenfalls zurückbekommen. Um welche Vermögenswerte handelt es sich in beiden Fällen? Ist die Zusammenlegung von 4:1 dann überhaupt noch gerechtfertigt?

W. B., Ahrensburg

Antwort: Wir haben die Deutsche Überseeische Bank, Hamburg, gebeten, zu diesen Fragen Stellung zu nehmen. Sie schreibt uns:

"Richtig zu stellen wäre einmal, daß es sich weder in Chile noch in Argentinien um die Rückgabe des gesamten Vorkriegsvermögens handelt. In Argentinien haben wir bisher unser Bankgebäude zurückerwerben können, und die Ausschüttung der Quote aus der Liquidationsmasse, in die die Vermögen der deutschen Unternehmen einschließlich Banken und Versicherungen geflossen sind, steht bevor. Der in Chile geführte, endgültig zu unseren Gunsten entschiedene Prozeß richtete sich lediglich auf die Rückgabe unseres ehemaligen Filialgebäudes in Valparaiso. Zum anderen ergeben die Rückflüsse aus unserem Vorkriegsvermögen insofern keinen Kapitalzuwachs, der nachträglich noch das Umstellungsverhältnis unserer Aktien von 4 : 1 beeinflussen oder korrigieren könnte, als wir gehalten sind, solche Vermögensteile in unserer DM-Eröffnungsbilanz rückwirkend zu aktivieren, die die Berechnungsgrundlage für die Zuteilung von Ausgleichsforderungen gewesen ist. In der Höhe, in der unser Kapitalverlust durch derartige Vermögensrückflüsse gemindert wird, müssen wir Ausgleichsforderungen an den Bund, die zum 31. Dezember 1960 in unserer Bilanz mit rund 5,7 Mill. DM erscheinen, zurückgeben."