über5000 Jahre alt, mit den Händen geformt, aus der Erde wieder aufgestiegen, bewahrt dieses Gefäß seine ungebrochene Ausstrahlung. Die Formgebung, obgleich mehrfach wiederholt, besitzt die Kraft der Einmaligkeit. Die Bemalung unterstreicht die Form; die Pinselführung kommt nicht aus der Hand, nicht aus dem Arm, sie kommt aus der Brust. Die Schönheit, die mit tastenden Händen "begriffen" werden kann, ist mit der Bemalung zu einer sprechenden Einheit verschmolzen.

Was kann der Mensch Tieferes gestalten als ein dem religiösen Kult geweihtes Gefäß! Der Betrachtende wird mit Stille und Dankbarkeit erfüllt. Ist Kunsterkenntnis nicht nur ein Erinnern? Die Erinnerung ergreift unbewußt Besitz – Vergangenheit und Gegenwart führen gemeinsam zum Ursprung. Diese Erkenntnis wurde bestimmend für mein Leben.

EWALD MATARE, Bildhauer und Graphiker, geboten 1887 in Aachen, lebt in Büderich bei Neuß. Studierte bei Lovis Corinth und Arthur Kampf. Wurde zweimal, 1932 und 1946, an die Düsseldorfer Akademie berufen (1933 ausgebootet). Zu seinen bedeutendsten plastischen Arbeiten gehören der "Phönix" (Landtagsgebäude in Düsseldorf), Tore am Salzburger Dom, am Kölner Dom und in Hiroshima; schuf Glasfenster im Aachener Dom und Rathaus, gestaltete den Chor in St. Andreas in Düsseldorf.