Die Deutsche Genossenschaftskasse ist das Spitzeninstitut des genossenschaftlichen Kreditwesens. Sie ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts; als solche genießt sie Privilegien. Vor allem ist sie, vorläufig bis 1963, von der Zahlung ertraggebundener Steuern freigestellt. Ihr Grundkapital ist mit 17,6 Mill. DM verhältnismäßig gering gehalten. Nach dem Gründungsgesetz muß es zu mehr als der Hälfte bei der genossenschaftlichen Wirtschaft liegen. Diese vermag ein so großes Kapital, wie es der Stellung der Genossenschaftskasse entspricht, nicht aufzubringen. Deshalb wurde die Deutsche Genossenschaftskasse an dem Aufkommen an Rentenbank-Grundschuldzinsen mit 64 Mill. DM beteiligt. Die Steuerfreiheit erlaubt darüber hinaus eine ansehnliche Rücklagenbildung. Beide Quellen haben bisher 100 Mill. DM an zusätzlichen eigenen Mitteln gebracht. Alles in allem betragen diese 5,8 vH der Bilanzsumme. Das entspricht der Norm.

Als Spitzeninstitut des genossenschaftlichen Kreditwesens obliegt es der Genossenschaftskasse, die Liquiditätsguthaben des Genossenschaftssektors zu verwalten. In Zeiten einer allgemeinen Flüssigkeit legen die Genossenschaftsbanken disponible Mittel bei der Genossenschaftskasse an, um umgekehrt bei Anspannungen mit ihren Liquiditätsanforderungen auf sie zurückzugreifen. Solchen Anforderungen vermag die Deutsche Genossenschaftskasse in schwierigen Zeiten nur zu entsprechen, wenn sie auf einem festen finanziellen Fundament steht (daher die Staatshilfe bei der Schaffung eines ausreichenden Eigenkapitals) und wenn sie am Geld- und Kapitalmarkt zu operieren vermag. Die Genossenschaftskasse darf nach ihrem Gesetz nur den kurz- und mittelfristigen Kredit pflegen; für längerfristige Kreditgewährungen stehen andere Institute, im Agrarbereich z. B. die Landwirtschaftliche Rentenbank, zur Verfügung.

Das Jahr 1960 stellte an die Deutsche Genossenschaftskasse größere Anforderungen. Ihr fiel zu, die Auswirkungen der Kreditrestriktionen der Bundesbank auf die genossenschaftliche Wirtschaft zu mildern und Anspannungen entgegenzuwirken. Während im Verfolg der Politik des leichten Geldes die Einlagen der Genossenschaften bei ihrem Spitzeninstitut bis auf fast 1,5 Mrd. DM gestiegen waren, gingen sie in der Restriktionsperiode auf unter 800 Mill. DM zurück.

Dabei verringerte sich die Bilanzsumme um etwa 60 Mill. auf rund 2,02 Mrd. DM. Dies fiel in eine Zeit, in der sich die addierten Bilanzen der Geschäftsbanken nicht unerheblich erhöht hatten. Die Bilanz der Deutschen Genossenschaftskasse atmete also, wie man das in der Fachsprache nennt; sie schrumpfte um etwas zusammen, weil die genossenschaftliche Wirtschaft ihr die Einlagen entzog. Sie wird sich genauso wieder ausweiten, wenn sich bei ihrer Kundschaft wieder flüssige Mittel ansammeln. W. R.

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Die Vereinigte Lebensversicherungsanstalt a. G. für Handwerk, Handel und Gewerbe, Hamburg, konnte die gute Geschäftsentwicklung vom letzten Jahr fortsetzen. Mit einem Versicherungsbestand von 3,21 Mrd. DM Versicherungssumme zum 31. 12. 1960 hat das Unternehmen seine Position in der Spitzengruppe der deutschen Lebensversicherer gewahrt. Der Neuzugang betrug im Geschäftsjahr 585 (537) Mill. DM. Inzwischen hat der Bestand 3,5 Mrd. DM Versicherungssumme erreicht. Entsprechend dem Bestandszuwachs stieg die Beitragseinnahme um 16.7 (13) vH auf 134 Mill. DM. Die Vermögenserträge abzüglich der Vermögensverwaltung erhöhten sich um 20.8 (17,9) vH auf 32,5 Mill. DM. Der Durchschnittszinssatz der Vermögenswerte von 6,41 (6,39) vH zeigte eine geringe Erhöhung. Gewinne aus Vermögensanlagen, die sich vorwiegend aus dem Verkauf von Wertpapieren ergaben, entstanden in Höhe von 8,7 Mill. DM.

Der Überschuß des Geschäftsjahres von 35,7 (33) Mill. wurde in voller Höhe der Rückstellung für Beitragsrückerstattung zugeführt, die damit 110,2 Mill. DM erreichte.