Arbeit und Taktik der kommunistischen Betriebsgruppen an der Ruhr – Der Fall Clemens Kraienhorst

Von Heinz Stuckmann

Der Hauer Anton K. geht wie jeden Tag mit schnellen Schritten durch die Bottroper Velsenstraße zur Frühschicht. Aber am Haus Nr. 18 bleibt er stehen. Auf der Gartenmauer liegt ein Stapel Blätter vom Format DIN A 4. Schon von weitem hat der Hauer K. den ihm bekannten Titel gesehen: DER BLITZER. Den Untertitel kennt er schon auswendig: „Betriebszeitung der Kommunistischen Partei Deutschlands – Betriebsgruppe Zeche Rheinbaben.“

Hauer K. liest auf der ersten Seite: „Als das ZK der SED... den Deutschlandplan unseres Volkes veröffentlichte, bewies es erneut, daß die DDR und ihre Parteien stets das mahnende Gewissen der Nation sind.“

„Quatsch“, meint der Hauer, wendet sich der vierten, der letzten Seite zu und liest: „Viele Kollegen der Rheinstahl AG waren nicht wenig überrascht, als sie im vergangenen Monat ihren Restlohnschein in die Hand nahmen und dabei feststellten, daß ein erheblich höheres Wassergeld in Anrechnung gebracht worden war. Die Empörung über diese undurchsichtige Maßnahme ...“

Hauer K. erinnert sich, daß es ihm ähnlich ergangen ist und kommt zu dem Schluß: „Hier haben sie ausnahmsweise recht!“ Deshalb liest er den Artikel zu Ende: „Es ist eine alte Weisheit, daß dort wo aufgerüstet wird, die Lebenshaltungskosten der Bevölkerung verteuert werden...“ Auch daran – meint der Hauer – ist etwas Wahres.

Manchmal ganz richtig